Neue Toilette für körperlich Behinderte entwickelt

Mehr Selbständigkeit für
Behinderte durch "intelligente"
Toilette; © Caritas Socialis

Paul Panek von der Rehabilitationstechnik (fortec) an der TU Wien skizziert die vom EU-Konsortium entwickelte Vision des Friendly Rest Rooms (FRR) folgendermaßen: "Ziel ist es, dass halböffentliche Räume wie Krankenhäuser, Behörden, Museen oder Flughäfen mit intelligenten Toiletten ausgestattet werden."

"Sie öffnen mit einer Smartcard berührungslos die Türe und schon beim Betreten der Toilette stellt sich diese automatisch auf die für ihre Person optimale Höhe ein. Falls nötig, schwenken Griffe und Haltestangen hervor. Diese unterstützen den Toilettensitz und helfen gebrechlichen älteren Personen sowohl beim Niedersetzen als auch beim Aufstehen, beim Transfer vom Rollstuhl auf die Toilette und zurück. Nach dem Verlassen der Toilette sorgt ein vollautomatisches Reinigungssystem für optimale Hygiene", erklärt Panek.

35 BesucherInnen und PflegeexpertInnen haben den Toiletten-Prototypen im Multiple Sklerose Tageszentrum der Caritas Socialis in Wien auf Herz und Nieren geprüft. "Menschen, die bis jetzt ganz auf die Unterstützung Anderer beim Toilettengang angewiesen waren, entdecken mit diesem Prototypen eine erhöhte Selbstständigkeit", so Ramona Rosenthal, Leiterin des MS Tageszentrum. Die Toilette erhielt im Praxistest die Note "sehr gut".

Durch das Höher-Fahren und Nach-Vorne-Neigen der Toilette wird das Aufstehen für viele Personen wesentlich einfacher. Während des Sitzens erlaubt die individuell durchführbare Höhenverstellbarkeit einen besseren Bodenkontakt der Füße. Dadurch kann der Körper stabiler gehalten werden. Das Auslösen des Schwesternrufes und der Wasserspülung ist mittels Handsteuerung der Toilette möglich.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität Wien