Neue Ursache für plötzlichen Herztod gefunden

Foto: Marathon-Läufer

Marathon-Läufer sind der Krankheit
schon häufiger zum Opfer gefallen;
© SXC

Das Team hat das Erbgut einer großen Familie analysiert, in der viele Mitglieder an der Krankheit leiden. Die Forscher schildern, wie sie mit Hilfe einer genetischen Kopplungsanalyse der Erkrankungsursache auf die Spur kamen. "Die Entdeckung bietet neue Chancen, irgendwann auch den Mechanismus der Krankheit zu verstehen", hofft der Leiter der Studie, Doktor Christian Geier von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie am Campus Virchow-Klinikum.

Solange nicht klar ist, weshalb das mutierte Gen zu krankhaft verdickten Herzmuskeln führt, bleibt der Weg zu einer Heilung versperrt. "Die Krankheit ist in einem frühen Stadium häufig nicht einfach zu erkennen, weil das Spektrum der Symptome so breit ist", erklärt Geier. "Manche Menschen spüren mit 14 Jahren ein Herzstechen oder Herzstolpern, andere mit 60. Einige sind Träger der Mutation, merken aber nie etwas davon und wieder andere fallen ohne Vorwarnung tot um."

Bei Familien, in denen ein Mitglied erkrankt ist, rät Geier deshalb allen Angehörigen 1. Grades zu regelmäßigen kardiologischen Kontrolluntersuchungen in spezialisierten Zentren. "Dort sind erfahrene Ärzte, die auch einschätzen können, ob ein Patient zu der vom plötzlichen Herztod besonders gefährdeten Gruppe gehört", erklärt er. Dann kann nur ein implantierter Defibrillator helfen. Er springt sofort ein, wenn das Herz aus dem Takt gerät. "Das ist ein eingebauter Rettungssanitäter, der nie schläft und den Erkrankten im Ernstfall das Leben rettet."

Leistungssport ist in diesen Fällen besonders gefährlich. Deswegen verlangt Geier bei Wettkampf- oder Leistungssportlern generell das Herz zu untersuchen.

MEDICA.de; Quelle: Charité-Universitätsmedizin Berlin