Neue Varianten im Schnittmuster der Gene

Fehler beim Spleißen - Fehler im
Protein; © NCI Visuals Online

Beim Spleißen werden aus der Kopie eines gesamten Gens, um ein Protein herzustellen, Bereiche ohne Information herausgeschnitten. Dass an richtigen Stellen geschnitten wird, dafür sorgt der Erkennungskode aus drei Nukleotiden: "NAG“. Bei vielen Genen kommt die Sequenz zweimal direkt hintereinander vor als "NAGNAG". Jeder der beiden NAG-Codes kann alternativ genutzt werden. Deshalb können aus einem Gen zwei verschiedene Proteine entstehen, die sich nur geringfügig voneinander unterscheiden

Doch sind fehlerhafte oder veränderte Spleißmuster die Ursache für zahlreiche menschliche Krankheiten. Aus diesem Grund haben Forscher des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) und dem Jenaer Centrum für Bioinformatik das menschliche Erbgut systematisch nach Variationen an diesen NAGNAG- Spleißstellen in der menschlichen Population durchsucht.

Ergebnis: Bei manchen Menschen kann an bestimmten Positionen im Erbgut alternativ gespleißt werden, bei anderen aber nicht. Fast ein Drittel der veränderten Spleißstellen, die die Forscher identifiziert haben, befinden sich in bereits bekannten Krankheitsgenen. "Es ist nun wichtig, diese Stellen im Genom detaillierter zu untersuchen, um den möglichen Zusammenhang zwischen diesen Varianten der Spleißvorgänge und der Entstehung einer Krankheit zu verstehen. Vielleicht ergeben sich so neue Ansatzpunkte für eine effektive Prophylaxe oder Therapie", erklärt Dr. Matthias Platzer, Leiter der Studie.

In ihrer aktuellen Studie identifizierten die Forscher insgesamt 64 genetische Veränderungen, die für Spleißen an NAGNAG-Stellen relevant sind. Diese Variationen bestimmen, welche Proteinsorten von dem betroffenen Gen hergestellt werden. 18 der Spleißstellen befinden sich in Genen, die bei der Entstehung von Asthma, Brustkrebs, Leukämie und anderen Krankheiten beteiligt sind.

MEDICA.de; Quelle: Projektträger im DLR