29.06.2005

Spectaris e.V., Industrieverband

Neue Wege zu Wachstum und Beschäftigung

Auf dem heutigen SPECTARIS-Jahreswirtschaftsgespräch haben die Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen R. Thumann, und des Deutschen Industrieverbandes für optische, medizinische und mechatronische Technologien (SPECTARIS), Dr. Michael Kaschke, Eckpunkte für mehr Wertschöpfung am Standort Deutschland vorgelegt.

Die optische, medizinische und mechatronische Industrie in Deutschland mit einem Gesamtumsatz von annähernd 40 Milliarden Euro im laufenden Jahr, einer Exportquote in Teilbereichen von fast 70 %, hoher Wachstumsdynamik durch erhebliche Potenziale in Zukunftsmärkten wie der Nanotechnologie, der Telekommunikation oder der Medizintechnik und einem weit überdurchschnittlichen Investitions- und Innovationsniveau kann als Paradebeispiel für den Erhalt und Ausbau des Wissensvorsprungs als zentralem Erfolgsfaktor für die erfolgreiche Positionierung Deutschlands im Weltmarkt gelten.

BDI-Präsident Jürgen R. Thumann und der SPECTARIS-Vorsitzende Dr. Michael Kaschke betonten, angesichts einer zunehmenden Verschärfung der internationalen Wettbewerbssituation stehe Innovationsstärke im Mittelpunkt für die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland. Dabei bedürfe es intensiver Anstrengungen, um Konzepte einer zukunftsfähigen Wertschöpfung am Standort Deutschland weiter zu entwickeln, die Effizienz bzw. Bedarfsorientierung der Bildungssysteme zu steigern und Fachkompetenz bei Zukunftstechnologien in Deutschland auszubauen sowie die Beschleunigung und den erfolgreichen Transfer von Innovationen durch Verfügbarkeit von Kapital und wirksamen Netzwerken zu fördern.

BDI-Präsident Jürgen R. Thumann: "Wenn auf der einen Seite Wertschöpfung in manchen Industriebereichen verloren geht, müssen wir dies durch mehr Wertschöpfung und Arbeitsplätze in anderen Bereichen ausgleichen. Innovation, Forschung und Entwicklung sind hier die Stichworte. Die feinmechanische und optische Industrie hat es vorgemacht: Sie hat sich zu einer High-Tech-Industrie entwickelt, die international wettbewerbsfähig und erfolgreich ist. Aber: Wir brauchen mehr solcher innovativen Branchen und somit eine nachhaltige Politik für mehr Innovationen aus Deutschland."

Dr. Michael Kaschke: "Verbesserungspotenziale im Innovationsprozess bestehen insbesondere bei der effektiven Umsetzung wissenschaftlicher Entwicklungen in marktreife Produkte und damit wirtschaftlichen Erfolg. Zudem muss die Effizienz unseres Bildungssystems im Hinblick auf die Verfügbarkeit von hochqualifizierten Fachkräften erhöht werden. Ein bestehender Mangel an Risikokapital für die Kommerzialisierung innovativer Ideen muss dringend beseitigt und funktionierende Netzwerkstrukturen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft müssen weiter ausgebaut werden. Die Bereitstellung von Fördermitteln sollte stärker auf die Unterstützung dieses Transfers von Innovationen sowie auf Kerntechnologien mit hoher Hebelwirkung bzw. Branchen mit nachgewiesenem Zukunftspotenzial gerichtet werden. Angesichts einer auf EU-Ebene beschlossenen Verdopplung der Aufwendungen für die Grundlagenforschung schlagen wir national eine Fokussierung von Fördermitteln auf die anwendungsorientierte Projektförderung vor. Damit besteht die Chance, dass Deutschland seine Stellung in Schlüsseltechnologien und Zukunftsbranchen wie den optischen Technologien und der Medizintechnik behaupten und weiter ausbauen kann - mit entsprechenden Impulsen für Wachstum und Beschäftigung."