Neue Wirkstoffe regen Glukosestoffwechsel an

Muskelzellen zeigen neue Wege
zur Diabetes-Behandlung auf
© Hemera

Wissenschaftler vom Karolinska Institut in Stockholm, Schweden, konnten feststellen, dass ein Wirkstoff, der für Rezeptoren in Muskelzellen bestimmt ist, den Metabolismus und die Absorption von Glukose erhöht. Damit könnte die Substanz möglicherweise in der Diabetes-Therapie eingesetzt werden.

Die molekularen Mechanismen hinter Typ 2 Diabetes sind noch nicht völlig aufgeklärt, es werden aber sowohl genetische Faktoren als auch Umwelteinflüsse für die Entwicklung vermutet, die zum Ausbruch der Krankheit führen.

Die Rezeptoren in den untersuchten Muskelzellen werden von den Autoren als peroxisome proliferators-activated delta receptors (PFAAR-delta) bezeichnet. Diese befinden sich im Zellkern, wo sie einige Enzyme steuern, die im Zellstoffwechsel und der Energieproduktion eine Rolle spielen.

Mit Hilfe von menschlichen Muskelzellkulturen, konnten die Wissenschaftler in vitro zeigen, dass Substanzen, die sich an die PFAAR-delta-Rezeptoren binden, die Absorption von Glukose in den Muskelzellen erhöhten.

Die Versuche zeigten, dass die zwei eingesetzten Wirkstoffe sich an PFAAR-delta binden, was eine Reihe von Reaktionen in den Zellen auslöst. Indem sie bestimmte Prozesse in der Zelle hemmten, konnten die Wissenschaftler auch beweisen, dass die Resultate den Vorgängen der normalen physischen Aktivität ähneln, also keine Insulin-stimulierten Effekte waren.

"Die Entdeckungen sind wichtig im Hinblick auf Patienten, die während einer Insulin-Therapie eine Resistenz gegenüber dem Wirkstoff entwickeln und nicht mehr auf die Behandlung reagieren", sagt Anna Krook and Juleen Zierath, zwei an der Studie beteiligte KI-Forscher.

"Die untersuchten PFAAR-delta-Substanzen haben eine direkte Auswirkung auf die Muskelzellen und wirken unabhängig vom Insulin-Stoffwechsel. Wenn wir nachweisen können, dass sie auch in vivo aktiv sind, könnte man sie vielleicht eines Tages in der Behandlung von Insulin-resistenten Patienten einsetzen."

MEDICA.de; Quelle: Karolinska Institutet