Bildgebende Verfahren sind in der Medizin mittlerweile unverzichtbar. Dabei gewinnt die Magnetresonanztomographie im Vergleich zu Ultraschall oder Computertomographie zunehmend an Bedeutung. Denn sie liefert exzellente, kontrastreiche Bilder der inneren Organe und kommt ohne radioaktive Strahlung aus. Gerade bei der Diagnose und Therapie von Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen ist sie häufig die beste Methode.

An vielen Kliniken kommen Tomographen mit einer Feldstärke von 1,5 Tesla zum Einsatz. Geräte mit einer Feldstärke von 7 Tesla ermöglichen Einblicke in den menschlichen Körper bis auf die zelluläre und molekulare Ebene, sind jedoch weltweit noch selten. Mit zunehmender Feldstärke verbessert sich die räumliche Auflösung und die Empfindlichkeit für funktionelle und Stoffwechsel-Prozesse erhöht sich. „Die 7-Tesla-Technologie erlaubt es theoretisch, auch kleinste Mengen von Medikamenten oder Antikörpern darzustellen“, erklärt Dr. Achim Bahr von der IMST GmbH. Doch momentan steht diesen enormen Möglichkeiten noch die ungleichmäßige Ausleuchtung des Körpers entgegen, die bei hohen Feldstärken auftritt. Je größer der Querschnitt des zu untersuchenden Körperteils ist, desto ausgeprägter ist dieser Effekt. Daher bleibt die 7-Tesla-Technologie bislang ausschließlich auf Kopfuntersuchungen begrenzt.

Bahr und seine Kollegen entwickeln nun eine 7-Tesla-Ganzkörperspule, mit der auch in anderen Körperregionen wie dem Rumpf eine gleichmäßige Ausleuchtung erreicht werden kann. „Eine homogene Verteilung des Magnetfelds regt das Gewebe gleichmäßig an, sodass die Signalverteilung im Bild im besten Fall nur die unterschiedlichen Eigenschaften des Gewebes widerspiegelt“, erklärt Bahr. Alle Vorteile eines starken Magnetfelds könnten dann auch außerhalb des Kopfes zur Geltung kommen. Mithilfe der 7-Tesla-Technologie ließen sich zum Beispiel gutartige leichter von bösartigen Tumoren unterscheiden und Mikrometastasen besser aufspüren.

Im Bereich der Herz-Kreislauferkrankungen könnten dadurch erstmals aussagekräftige Bilder von Veränderungen der Gefäßwand erzielt werden, die entscheidend für die Abschätzung des Infarkt- und Schlaganfallrisikos und die Auswahl der Therapie sind. Darüber hinaus könnte sich die Untersuchungszeit für den Patienten verkürzen.

Das von der IMST GmbH in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen und der TOMOVATION GmbH entwickelte Projekt ist einer der Gewinner des Innovationswettbewerbs Medizintechnik 2006 und soll vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die Durchführung eines Transferprojekts mit bis zu 1,5 Millionen Euro gefördert werden.