Neuer Ansatz für Eierstock-Krebstherapie

Eierstockkrebs sind die tödlichsten unter den bösartigen gynäkologischen Erkrankungen. Etwa 9.600 Frauen erkranken jährlich allein in Deutschland an einem Ovarialtumor. Zunächst lässt sich diese Krebsart gut mit dem Standardmedikament Cisplatin beherrschen. Ihren tödlichen Verlauf zeigt die Erkrankung erst, wenn sie nach vermeintlich erfolgreicher Ersttherapie wieder auftritt und dann nicht mehr auf das Medikament anspricht. Der exakte Mechanismus, der zu resistenten Krebszellen führt, ist weitgehend unbekannt.

Wissenschaftler eines Verbundes der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, des Bonner Forschungszentrums "caesar" und der Berliner Charité wandten ein neuartiges Verfahren an, das die Entstehung resistenter Zellen in der Patientin im Reagenzglas nachstellt. So ist es den Forschern um Doktor Niels Eckstein und Doktor Hans-Dieter Royer erstmals gelungen, die biochemischen Prozesse zu beobachten, die während der Entstehung resistenter Zellen ablaufen.

Auf transkriptioneller Ebene und auf Proteinebene konnte eine stetig steigende Menge an IGF 1R in Krebszellen nachgewiesen werden, je länger Cisplatin gegeben wurde. Eine klinische Studie konnte zeigen, dass die Experimente sich auf die Situation in der Patientin übertragen lassen.

Ähnlich erfolgversprechende Befunde haben die Foscher bereits zur Chemotherapie-Resistenz im Brustkrebs erhoben. Interessanterweise ist der Mechanismus beim Brustkrebs aber ein anderer. Sie schließen daraus, dass jeder Tumor hinsichtlich seiner Resistenzmechanismen einzeln betrachtet und untersucht werden muss.

Da die Wissenschaftler in beiden Fällen einen Vorschlag unterbreitet haben, welche Medikamente zur Überwindung der Resistenz angewendet werden können, ist zu hoffen, dass die Befunde zeitnah Eingang in die klinische Therapie finden werden.

MEDICA.de; Quelle: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf