Proteine: Neuer Ansatz für die Behandlung von Brustkrebs

08/08/2013
Foto: Ärztin und Patientin

Forscher endeckten neuen Ansatz für die Behandlung von Brustkrebs;
© panthermedia.net/Artur Gabrysiak

Wissenschaftlern der Medizinischen Universität Wien haben in Kooperation mit einer Arbeitsgruppe an der Universität Basel einen neuen Ansatz für die Behandlung von Brustkrebs entdeckt.

Ein internationales Team konnte an der Oberfläche von Brustkrebszellen die Aktivierung eines Rezeptors, des Proteins Ret (Rearranged during transfection) nachweisen. Erhöhte Werte dieses Proteins sind mit einer geringeren Überlebenswahrscheinlichkeit von Brustkrebspatientinnen verbunden.

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Ret-Enzyme (Ret-Kinase) eine attraktives und neuartiges therapeutisches Ziel in ausgewählten Gruppen von Brustkrebspatientinnen sein kann", fasst Lukas Kenner von der Medizinischen Universität Wien, Leiter des Wiener Teams, die Resultate der Studie zusammen.

Erste Versuche mit spezifischen Ret-Inhibitoren haben dabei gezeigt, dass die Ausbreitung von Krebs und die Anzahl der Metastasen in der Lunge verringert werden können, wenn die Aktivität der Ret-Enzyme in Tumorzellen blockiert wird. Bei den vorliegenden Tests wurden zwei bereits bekannte Blockadestoffe verwendet.

Die Wissenschaftler untersuchten Tumorgewebe von mehr als 80 Brustkrebs-Patientinnen, wobei Antikörper verwendet wurden, um das Ret-Protein in den Proben zu erfassen. In anderen Experimenten wurden vier verschiedene Krebszell-Linien verwendet, um die Auswirkungen von Ret-Inhibitoren auf den Verlauf und die Ausbreitung von Brustkrebs zu untersuchen. Kenner: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Blockade der Ret-Kinase das Wachstum und die Ausbreitung der Tumore im Organismus verringern kann, und somit eine vielversprechende neue Therapie darstellen könnte”

Die Blockade von Rezeptor-Enzymen mit Antikörpern oder niedermolekularen Inhibitoren ist ein bereits klinisch erprobter Ansatz für die Krebstherapie. Allerdings kommt nur ein Teil der Patientinnen für diese Art von Behandlungen in Frage. „Daher sind weitere Anstrengungen erforderlich, um zusätzliche Inhibitoren für die Blockade von Brustkrebs zu finden“, so Kenner.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Universität Wien