Kutanes T-Zell-Lymphom: Neuer Behandlungsansatz gegen Blutkrebs

29.04.2014
Foto: RAS-Signalweg

Maligne Zellen des Sézary-Syndroms weisen eine permanente Aktivierung des RAS-Signalwegs auf. Die Inhibition dieses Signalwegs führt zum Absterben der Tumorzellen; © Wilhelm-Sander-Stiftung

Viele Tumorzellen erweisen sich als resistent gegenüber klassischen Tumortherapien, deshalb ist die Suche nach alternativen Behandlungswegen besonders bedeutsam.

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben nun Mutationen in Tumorzellen entdeckt, die wichtig für das Überleben maligner Zellen sind. Blockiert man die Signalwege, die durch die Mutationen angeschaltet werden, führt dies zu einem massiven Absterben der Krebszellen. Für besonders aggressive Formen von Blutkrebs (kutanes T-Zell-Lymphom) ist das ein neuer Behandlungsansatz.

Dr. Karsten Gülow und sein Team in der Abteilung von Prof. Dr. Peter H. Krammer am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben in einem von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Projekt nach tumorspezifischen Mutationen gesucht. In Tumorzellen von Patienten, die an einer besonders aggressiven Form des kutanen T-Zell-Lymphoms – dem sogenannten Sézary-Syndrom – leiden, konnten die Wissenschaftler eine Mutation des RAS-Gens identifizieren.

RAS ist ein wichtiger Schalter, der das Zellwachstum steuert. Die neu entdeckte Mutation führt zu einer permanenten Aktivierung des Zellwachstums. Hemmt man diesen Signalweg, sterben alle Tumorzellen mit dieser Mutation, da ihr Überleben von diesem Signalweg abhängt. Gesunde Zellen überleben. Die Erkenntnis der Forscher, dass die Hemmung dieses Signalwegs zum Absterben bösartiger Zellen führt, lässt neue und vielversprechende Möglichkeiten in der Krebstherapie erwarten.

MEDICA.de; Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung