Neuer Biomarker als Ursache

Es unterstützt frühzeitig die mögliche Einnistung des Embryos (Implantation) und wird auch während der Schwangerschaft weitergebildet.

In ihrer neuen Arbeit spezifizierten Professor Henry Alexander und Doktor Gerolf Zimmermann, dass sich dieses neue mütterliche hCG der Gebärmutterschleimhaut vom bekannten Schwangerschaftshormon hCG des Embryos unterscheidet. Sie wiesen nach, dass hierfür eine veränderte Beta-hCG-Untereinheit vom Gen 7 und 6 gebildet wird. Dieses neu entdeckte hCG ist ein immunprotektives, zelldifferenzierendes und blutgefäßbildendes Hormon, das in der Gebärmutter für den Erhalt der Schwangerschaft essentiell ist.

„Wir haben mit dem neuen hCG einen Biomarker entdeckt, der uns den aktuellen immunologischen Schutz des ungeborenen Kindes bestimmen lässt. So können Schwangerschaftsstörungen frühzeitiger erkannt und therapiert werden“, erklärte Alexander
Durch die Entdeckung des neuen körpereigenen hCG einer Frau kann man damit den aktuellen Schutzzustand des Embryos in der Gebärmutter feststellen. Droht durch den Abfall des immunprotektiven hCG Gen 7 und 6 eine Fehl- oder Frühgeburt, kann man durch eine Substitution des Hormons die Schwangerschaft erhalten. Zimmermann erklärt: „Während einer gesunden Schwangerschaft wird der Embryo 40 Wochen im Mutterleib in der Gebärmutter vor dem Immunsystem verborgen und versorgt, ohne abgestoßen zu werden. Wir glauben, dass das in der Gebärmutterschleimhaut gebildete hCG Gen 7 und 6 dem Embryo eine Art Schutzmantel bietet und aggressive Immunzellen des Körpers, die gegen körperfremdes Gewebe wie einer Schwangerschaft gerichtet sind, zur Rückbildung bringt. Fällt das immunprotektive Hormon auf einen kritischen Wert, kommt es zur Abstoßungs-reaktion und die Geburt setzt ein.

Auch auf dem Gebiet der künstlichen Befruchtung spielt die Entdeckung eine entscheidende Rolle. „Dieser Biomarker ist dafür geeignet, die Implantationsfähigkeit der Gebärmutter-schleimhaut zu bestimmen“, erklärt Alexander. „Nur wenn genügend mütterliches hCG vom "schützenden" Beta-hCG vom Typ Gen 7 und 6 vorhanden ist, hat die befruchtete Eizelle hohe Chancen auf eine erfolgreiche Einnistung.“ Vor dem Embryotransfer könnte man daher Zellen der Gebärmutterschleimhaut auf die Bildung des neuen hCG untersuchen und dann entscheiden, ob der Embryo eine gute Überlebenschance im Mutterleib hat. Auf diese Weise kann die Erfolgsrate bei der In-vitro Fertilisation erhöht werden.

MEDICA.de; Quelle: Universität Leipzig