Neuer Bluttest erkennt Darmkrebs

Foto: Gisela Walgenbach-Brünagel mit Laborproben

Die Forscherin hat mehrere Proteine
identifiziert, die im Blut von Darm-
krebs-Patienten vorkommen;
© Johann Saba/Uni Bonn

Das zeigt eine Studie, die Forscher des Universitätsklinikums Bonn und der John-Hopkins- Universität, USA, veröffentlicht haben. Die Mediziner hoffen, durch gleichzeitige Auswertung weiterer Marker sowohl die Empfindlichkeit als auch die Zuverlässigkeit des Tests steigern zu können.

Bei 27 Patienten mit Dickdarmkrebs lieferte der neue Test in 24 Fällen die korrekte Diagnose; das entspricht einer Empfindlichkeit von 88,8 Prozent. Bei 127 Studienteilnehmern ohne Tumoren schlug der Test 21mal fälschlicherweise an - die Spezifität betrug also gut 84 Prozent. Für einen Bluttest sei das nicht schlecht, so die Forscher. Die Prostatakrebs-Diagnose anhand des PSA-Werts beispielsweise ist weit unzuverlässiger.

"Das sind viel versprechende Werte", sagt denn auch die Privatdozentin Doktor Gisela Walgenbach-Brünagel. "Der diagnostische Goldstandard ist und bleibt jedoch die Darmspiegelung." Ein Test, der mit einem kleinen Pieks erledigt wäre, würde dabei sicher helfen. "Unser Ziel ist es, ein einfaches, zuverlässiges und kostengünstiges Verfahren für Massenscreenings zu entwickeln", erklärt sie. "Im Verdachtsfall würde sich dann eine Spiegelung anschließen."

Momentan richtet sich der Test gegen ein Protein, das im Blut von Darmkrebs-Patienten gehäuft vorkommt: Das so genannte Dickdarmkrebs-spezifische Antigen (colon cancer-specific antigen, CCSA-2). "CCSA-2 scheint im Kern von Dickdarmzellen die Genaktivität zu regulieren - auf welche Weise, wissen wir nicht", erklärt Walgenbach-Brünagel.

Die Ärztin hat den Tumormarker entdeckt - ebenso wie drei weitere CCSAs, die ebenfalls gehäuft im Blut von Darmkrebs-Patienten vorkommen. Ein Nachweisverfahren, das alle vier Proteine erfasst, könnte sowohl hoch empfindlich als auch sehr spezifisch sein. "Für ein endgültiges Urteil sind aber noch weitere Studien mit viel mehr Patienten nötig", betont die Medizinerin.

MEDICA.de; Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn