Neuer Chip prüft Bakterien umfassend auf Resistenz

Der Mikrochip NFP 49 am Boden
eines Reaktionsgefäßes; © SNF

Der neue Mikrochip NFP 49 sei kostengünstiger, schneller und weniger arbeitsintensiv als bisherige Methoden, berichtet der SNF über die neue Errungenschaft der Forscher um Vincent Perreten und Joachim Frey vom Institut für Veterinärbakteriologie der Universität Bern. Der Test erfasse alle 90 bei grampositiven Bakterien bekannten Resistenzgene gleichzeitig. Bis jetzt konnten Bakterien nur in aufwändigen Einzeltests auf einzelne Resistenzen geprüft werden, was Tage dauerte. Ein Mikrochip-Test hingegen braucht nur wenige Stunden.

Zudem habe der neue Mikrochip den Vorteil, dass er so genannte stille Gene sichtbar macht, die noch nicht aktiv geworden sind und deshalb mit den Wachstumstests nicht erkennbar waren.

Der Auftrag des Forschungsteams lautete ursprünglich, eine schnelle Diagnosemöglichkeit für Antibiotikaresistenzen beim grampositiven Bakterium Bacillus anthracis, dem Milzbrand, zu entwickeln, weil resistente Varianten des Bakteriums für terroristische Zwecke eingesetzt werden könnten. Frey und Perreten haben den Auftrag nun auf alle grampositiven Keime erweitert. Sie sind überzeugt, dass sich die Entwicklung eines vergleichbaren Systems auch für gramnegative Bakterien lohnen würde.

Grampositive und gramnegative Bakterien unterscheiden sich in der Struktur ihrer Zellwand und tauschen keine Antibiotikaresistenzen aus, so die Hintergrundinformationen in der Pressemeldung. In beiden Gruppen seien wichtige Krankheitserreger zu finden.

Zu den grampositiven Bakterien gehören beispielsweise Erreger von Lungen- sowie Wundinfektionen und Blutvergiftungen (Staphylokokken, Streptokokken) oder der Starrkrampf (Clostridien). Gramnegative Bakterien sind beispielsweise Erreger von Magen-Darm-Infektionen (Salmonellen, Shigellen und Campylobakter), Hirnhautenzündung (Meningokokken) oder der Tripper (Gonokokken).

MEDICA.de; Quelle: Schweizerischer Nationalfonds (SNF)