Neuer Computertomograph in Betrieb

Foto: Patient im iCT

Untersuchung mit dem iCT;
© Grass/Universitätsklinikum Ulm

Die Bilder des neuen iCT Scanners sind gestochen scharf und eröffnen den Medizinern neue Möglichkeiten in der Diagnose, Behandlung und Erforschung ernster Herzerkrankungen. Untersuchungen müssen immer schneller und einfacher durchzuführen sein - besonders wichtig ist das für Patienten mit Mehrfachverletzungen oder akuten Herz-Erkrankungen. Dabei gilt es grundsätzlich, dass der Patient der geringst möglichen Strahlendosis ausgesetzt ist.

Da das Herz sich während der Untersuchung immer bewegt, wurde in der Vergangenheit mit Hilfe einer EKG-Ableitung der Scan in der "ruhigsten" Phase durchgeführt. Bewegungs-Artefakte auf den Aufnahmen konnten so vermieden werden. Mittlerweile ist die Bildakquisition des Herzens so schnell, dass selbst bei hoher Herzfrequenz gute klinische Ergebnisse mit niedrigst möglicher Dosis erzielt werden. Im Notfall kann während eines Ganzkörper-Scans das Herz auch ohne EKG-Triggerung dargestellt werden. Bisher nicht sichtbare Details der Herzkranzgefäße können in Zukunft präzise dargestellt werden und es wird zukünftig möglich sein, auch Durchblutungsphasen des Herzmuskelgewebes zu erkennen.

Um den wachsenden klinischen Anforderungen gerecht zu werden mussten die Hersteller eine veränderte CT-Plattform entwickeln. Diese beinhaltet eine neuartige Röntgenröhre, einen speziell entwickelten Detektor und eine weltweit einzigartige Luftlagerungstechnik für die bildgebenden Komponenten, die um den Patienten rotieren.

Über die besonderen Anforderungen des Herzens hinaus wird der iCT zukünftig auch für die klinische Forschung an anderen Organen eingesetzt. "Wir erhoffen uns von dem System deutliche Fortschritte in der schnellen Diagnostik von Schlaganfällen und hochempfindlichen Erkennung von inneren Blutungen bei schwerverletzten Unfallopfern", erklärt PD Dr. Martin Hofmann, Oberarzt der Ulmer Universitätsklinik für diagnostische und interventionelle Radiologie.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Ulm