Neuer Direktor verbindet Neurologie und Psychotherapie

Professor Peter Henningsen
© TU München

Als neuer Direktor möchte Peter Henningsen vier Schwerpunkte ausbauen und sorgt dadurch für frischen Wind am TU-Klinikum rechts der Isar. Er möchte sich zum einen auf die Therapie somatoformer und angrenzender psychischer Störungen konzentrieren. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Psychotraumatologie. Und besonderen Wert legt Henningsen auf die Betreuung von körperlich erkrankten Patienten mit psychischen Begleiterkrankungen. Dazu zählen vor allem Menschen, die mit einer Krebserkrankung konfrontiert sind.

Als vierten Schwerpunkt plant Henningsen eine intensive Kooperation zwischen den Feldern der Psychosomatik und molekularen Medizin. "Neueste Erkenntnisse aus beiden Gebieten können uns helfen, den Patienten ein immer individuelleres Therapiekonzept anzubieten und so die Heilungschancen zu verbessern", erklärt der Mediziner. Für seine Ziele möchte er sich nicht vorwiegend an bestimmten Therapieschulen ausrichten, sondern möchte undogmatisch und lösungsorientiert vorgehen.

Diesen Ansatz zieht Henningsen aus seiner langjährigen Ausbildung, die mit der Facharztprüfung in Neurologie und Psychiatrie endete. "Die somatische Seite war mir immer wichtig", erklärt der neue Direktor, "doch ich wollte eine Brücke schlagen von der Neurologie zur Psychotherapie." Und so bildete er sich in psychoanalytisch-interaktioneller Gruppenpsychotherapie weiter, machte eine Lehranalyse, eine Ausbildung in klinischer Hypnose und den Facharzt für psychotherapeutische Medizin. Während dieser Zeit arbeitete in der Psychosomatischen Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg. Für seine in dieser Zeit entstandenen "Leitlinien Somatoformer Störungen" erhielt er 2002 den mit 25.000 Euro dotierten Cochrane-Preis.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität München