Brustkrebs: Neuer Gen-Test misst Metastasen-Risiko

07/06/2013
Foto: Chemotherapie

Ein neuer Gentest identifiziert Patien-
tinnen, die bei Brustkrebs ein geringes Risiko zur Metastasenbildung haben. Ihnen könnte daraufhin eine Chemotherapie erspart werden;
© panthermedia.net/Randolf Berold

In Österreich sind pro Jahr ca. 1.500 postmenopausale Patientinnen von Brustkrebs im Stadium II betroffen, in dem Tumorzellen in den Lymphknoten nachgewiesen können.

Bei ihnen ist das Risiko, dass im weiteren Krankheitsverlauf Metastasen auftreten, deutlich erhöht. Betroffene Patientinnen werden auch in Österreich meist mit einer manchmal nebenwirkungsreichen Chemotherapie behandelt, die der Metastasierung vorbeugen soll.

Eine weltweite Studie unter der Leitung von Michael Gnant, Leiter des Brustgesundheitszentrums (bgz) des Comprehensive Cancer Center Vienna (CCC) und der MedUni Wien zeigt nun, dass es innerhalb der Hochrisikogruppe Subgruppen gibt, deren Risiko, Metastasen zu entwickeln, sehr gering ist, und dass diese Untergruppen mittels eines Multi-Gen-Tests (PAM50) ermittelt werden können. Beim PAM50 Gentest werden 58 Gene untersucht und analysiert. Die Ergebnisse werden mit Hilfe des „Risk of Recurrence (ROR) Score“, einem Bewertungsschema, das die verschiedenen Krankheitsparameter einbezieht, abgeglichen und anschließend das Risiko individuell bewertet.

Gnant dazu: „Wir können mit dieser Methode jene Patient, und das sind immerhin mehr als 30 Prozent, identifizieren, die ein ganz geringes 10-Jahres-Risiko der Metastasierung haben und ihnen die belastende Chemotherapie ersparen. Mit dem PAM50-Test können wir die Therapie in Zukunft noch spezifischer einsetzen. Vor allem in Ländern, in denen Chemotherapien breit zur Anwendung kommen, könnte das den grundsätzlichen Zugang zu den Behandlungsstrategien im Sinne von mehr Patientinnenfreundlichkeit verändern.“

Ein zweiter Aspekt, der die Studie auszeichnet, ist das große Patientinnen-Kollektiv, das beobachtet wurde. Um zu einem aussagekräftigen Sample zu kommen, wurden die Daten der weltweiten ATAC-Studiengruppe mit denen der ABCSG gepoolt.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Universität Wien