Bei der Untersuchung handelt es sich um eine Follow-Up-Studie mit Frauen, die an der primären Wirksamkeitsstudie des Impfstoffs eines großen Pharmaherstellers gegen die HPV-Typen 16 und 18 teilgenommen hatten. Die Primärstudie war eine kontrollierte Doppelblindstudie mit 1.113 Frauen zwischen 15 und 25 Jahren. Nach einem randomisierten Verfahren erhielten sie entweder HPV-Impfstoff oder Placebo. Das Impfschema betrug 0, ein und sechs Monate.

An der Follow-Up-Studie nahmen 776 Frauen des Probandenkollektivs der oben genannten Primärstudie aus USA, Kanada und Brasilien teil. Der Beobachtungszeitraum betrug bis zu 53 Monate. Untersucht wurden die Wirksamkeit hinsichtlich der Prävention persistierender Infektionen mit den HPV-Typen 16 und 18 und die damit assoziierten auffälligen Pap-Abstriche und präkanzerösen Läsionen sowie die Sicherheit und Immunogenität der HPV-Vakzine. Anhand von Zervixabstrichen wurden zytologische und HPV-DNA-Untersuchungen durchgeführt.

In der Follow-Up-Studie über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren zeigte sich eine hundertprozentige Wirksamkeit gegen präkanzeröse Läsionen, die durch die HPV-Typen 16 und 18 verursacht werden. Diese HPV-Typen sind weltweit für über 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich.

Darüber hinaus ergeben sich anhand der Studienergebnisse Hinweise, dass der Impfstoff einen zusätzlichen Schutz vor Infektionen mit den dritt- und vierthäufigsten onkogenen HPV-Typen 45 und 31 bieten kann. Auch dieser Effekt war über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren nachweisbar. Der Hersteller führt zurzeit umfangreiche Untersuchungen zur Wirksamkeit gegen weitere onkogene HPV-Typen durch. Die HPV-Typen 16, 18, 45 und 31 sind gemeinsam für etwa 80 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2006, Vol. 367, S. 1247-1255