Dies zeigt eine Studie mit dem neuartigen Impfstoff BHT 3009, der sich noch im Experimentalstadium befindet. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff, der humanes „Myelin Basic Protein (MBP)“ enthält. BHT 3009 soll gegenüber den herkömmlichen Wirkstoffen, die bei Multipler Sklerose eingesetzt werden, verschiedene Vorteile haben. Anders als etwa Beta Interferon hat BHT 3009 nicht das gesamte Immunsystem zum Ziele, sondern lediglich jene Antigene, die spezifisch für die Multiple Sklerose sind, unter anderem T-Zellen, die das Myelin angreifen.

An dieser multizentrischen randomisierten und placebokontrollierten Studie, die vor allem an 40 Zentren in Osteuropa durchgeführt wurde, nahmen 289 Patienten mit Multipler Sklerose teil. Die meisten der Probanden waren bislang nicht pharkamotherapeutisch behandelt worden. Randomisiert erhielten sie ein Jahr lang jeden Monat entweder Placebo oder 0,5 mg BHT 3009 beziehungsweise 1,5 mg BHT 3009. Das Placebo beziehungsweise die Wirkstoffe wurden jeweils intramuskulär verabreicht.

Unter der Dosis von 0,5 mg BHT 3009 konnten die typischen Gehirnläsionen um etwa 50 bis 60 Prozent gesenkt werden, wie man mit Hilfe bildgebender Verfahren feststellte. Außerdem sank die Zahl der Autoantikörper im Liquor cerebrospinalis.

Leider blieben diese erfreulichen Befunde nahezu ohne klinische Relevanz: Der klinische Befunde besserte sich unter dem Impfstoff kaum. Ob die Zahl der MS-Schübe unter dem neuartigen Impfstoff gesenkt werden kann, konnte die Studie nicht feststellen, da sie dazu zu klein dimensioniert war. Vermutlich 2008 soll eine weitere, größere Studie gestartet werden, die den Nutzen von BHT 3009 klären soll.

MEDICA.de; Quelle: 23rd Congress of the European Committee for the Treatment and Research in Multiple Sclerosis