Neuer Nierensteinzertrümmerer entwickelt

Foto: Professor Gekeler (rechts) mit dem neuen Gerät

Das Gerät kann auch bei Heilung
von chronischen offenen Wunden
eingesetzt werden; © HTWG

Zertrümmerer haben mittlerweile die operative Entfernung von Nierensteinen weitgehend abgelöst. Das Verfahren funktioniert durch Stoßwellen, denen der Patient ausgesetzt wird. Das Erzeugen der Wellen ist technisch sehr anspruchsvoll, teuer und mit beträchtlichen Energieverlusten behaftet. Zudem sind die Schalter in den Therapieköpfen sehr teuer und verschleißen schnell.

Gemeinsam mit einem Konstanzer Unternehmen wurden die ersten neuen Nierensteinzertrümmer bereits gebaut und erfolgreich getestet. Das Verfahren von Elektrotechnik-Professor Manfred Gekeler an der HTWG benutzt kostengünstige Niederspannungs- statt bisher Hochspannungselemente.

Die Elemente sind so modularisiert, dass sie je nach benötigter Leistungsstufe gebaut werden können. Durch ein ausgefeiltes Verfahren wird sogar ein Großteil der eingesetzten Energie zurück gewonnen und wieder zur Erzeugung von Stoßwelle verwendet.

Entscheidend ist aber, dass die neuen Zertrümmerer keine teuren Schalter mehr brauchen. Das macht die Geräte preisgünstiger im Vergleich zu herkömmlichen Produkten. Außerdem sind die tragbaren Geräte leichter und besser zu handhaben als bisher.

Für die Patienten bedeutet die Neuentwicklung eine bessere Behandlung als bisher - nicht nur bei Nierensteinen. Denn das Gerät kann auch auf anderen medizinischen Gebieten angewendet werden, etwa in der Orthopädie, bei der Heilung von Hautkrankheiten und offenen Wunden etwa infolge von Diabetes, Frakturen oder Verletzungen. In der Testphase ist derzeit auch der Einsatz bei Eingriffen am offenen Herzen.

MEDICA.de; Quelle: Hochschule Konstanz