Neuer Pollenmonitor macht Allergikern das Leben leichter

Neue automatische Technik für
Heuschnupfennasen
© Strehle

"Mit der heute vorgestellten ersten lauffähigen Version des Pollenmonitors, haben wir einen zentralen Meilenstein des Verbundprojektes erreicht", erklärte Wolfgang Kusch, Vize-Präsident des DWD, bei der Pressekonferenz. "Ich bin überzeugt, dass mit dem automatischen Pollenmonitor für Millionen Allergiker in Deutschland ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung ihrer Lebensqualität geleistet werden kann."

Das vorgestellte Gerät basiert auf einer mikroskopischen Auswertung. Die Identifizierung und Unterscheidung der Pollen erfolgt durch ein automatisches Mustererkennungsverfahren: Mittels so genannter grauwertbasierter Invarianten wird den Pollen ein "Fingerabdruck" abgenommen, anhand dessen die jeweilige Pollenart erkannt werden kann. Dazu müssen die Pollen zunächst der Luft entnommen, auf einer Sammelfläche abgeschieden und für die Mikroskopie präpariert werden.

Eine Unterscheidung von biologischen und nicht-biologischen Partikeln erfolgt mittels der Fluoreszenzeigenschaften der Pollen. Die erzeugten Bildstapel der Pollen liefern die Grundlage für die Berechnung der Invarianten als typisches Merkmal jeder Pollenart.

Die Erkennung selbst wird von einem Klassifikator übernommen, dem zuvor die einzelnen Pollenarten mittels ihrer Fingerabdrücke vorgestellt wurden und der dann die Artgenossen identifizieren kann.

Der Pollenmonitor wurde im Labor ausgiebig getestet und erreicht schon in der jetzigen Entwicklungsstufe eine Erkennungsrate von etwa 90 %. Damit sei der Durchbruch in Richtung einer vollautomatisierten Pollenerkennung gelungen, die es in Zukunft ermöglichen soll, für den jeweiligen Messort flächendeckend und innerhalb kürzester Zeit stündlich die Pollenkonzentration anzugeben. Für die mehr als zwölf Millionen Pollenallergiker in Deutschland würde dies einen enormen Vorteil bedeuten.

MEDICA.de; Quelle: Forschungsschwerpunkt Biophotonik