Die Transient Ischämiche Attacke (TIA) gilt als ein Risikofaktor für einen nachfolgenden Schlaganfall. In vier bis 20 Prozent der Fälle kommt es auch tatsächlich dazu. Wie hoch dieses Risiko wirklich ist – das versuchen unabhängig voneinander zwei Scores aufzuzeigen: der ABCD-Score und der „California Score“. Der California Score wurde entwickelt, um das Risiko eines Schlaganfalls innerhalb von 90 Tagen nach einer TIA voraus zu sagen. Der ABCD-Score dagegen soll das Insultrisiko innerhalb von zwei Tagen nach der TIA aufzeigen.

Jetzt haben amerikanische Wissenschaftler den Versuch unternommen, die beiden Scores zusammen zu fassen und dadurch deren Stärken in der Vorhersage eins Schlaganfalls zu kombinieren: Ergebnis ist der so genannte ABCDz-Score. Dieser Score umfasst sowohl Diabetes mellitus als auch die Hypertonie. Fünf verschiedene klinische Parameter werden bestimmt und mit Punkten versehen: Alter über 60 Jahre (ein Punkt), Blutdruck über 140/90 mmHg (ein Punkt). Klinische Beschwerden wie unilaterale Muskelschwäche (zwei Punkte), Sprachbehinderungen ohne Muskelschwächen (ein Punkt), Dauer der TIA über 60 Minuten (zwei Punkte) beziehungsweise eine bis 59 Minuten (ein Punkt).

Dieser Score wurde nun an 4.809 Patienten getestet. Alle hatten eine vorausgegangene TIA. 9,2 Prozent von ihnen erlitten innerhalb von 90 Tagen einen Schlaganfall. Bei 7,5 Prozent war dies innerhalb von 30 Tagen nach der TIA der Fall, bei 5.5 Prozent binnen sieben Tagen und 3.9 Prozent hatten einen Schlaganfall innerhalb von zwei Tagen.

Alle Studienteilnehmer wurden gemäß der drei Scores – California Score, ABCD-Score und ABCDz-Score – klassifiziert als Niedrig- oder Hochrisikopatienten. Als man die Ergebnisse miteinander verglich, zeigte sich ganz klar: Der kombinierte ABCDz-Score verbindet offenbar die Stärken der beiden ursprünglichen Scores miteinander: Er konnte das Schlaganfallrisiko zwei, sieben und 90 Tage nach einer TIA deutlich besser vorhersagen als jeder einzelne Score für sich alleine.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2007, Vol. 369, S. 283-292