Neuer Sonderforschungsbereich der DFG „Master switches bei kardialer Ischämie“

25.11.2014
Grafik: Herz mit Pulskurve

Ein neuer Sonderforschungsbereich im Bereich der Herz-Kreislaufforschung soll auf lange Sicht Herzpatienten zugute kommen ; © panthermedia.net /Sebastian Kaulitzki

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat acht neue Sonderforschungsbereiche (SFB) eingerichtet, davon einen an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf: Die Medizinische Fakultät erhält die Förderung für den SFB (1116) „Master switches bei kardialer Ischämie“ für zunächst vier Jahre in der ersten Förderperiode. Das Volumen beträgt rd. neun Millionen Euro. Der neue Sonderforschungsbereich will die Phase nach einem akuten Herzinfarkt durch experimentelle, präklinische Untersuchungen genauer analysieren.

Dekan Prof. Dr. Joachim Windolf kommentierte den Erfolg mit Freude: „Zum vierten Mal in Folge hat die Medizinische Fakultät jetzt einen Sonderforschungsbereich aus der Herz-Kreislauf-Forschung, traditionell einem Schwerpunkt der medizinischen Forschung in Düsseldorf. Darauf haben die Beteiligten und die Fakultät seit Jahren hingearbeitet. Wir sind sehr stolz, dass wir unser gemeinsames Ziel jetzt erreicht haben.“

Fast jeder zweite Todesfall in Deutschland geht inzwischen auf kardiovaskuläre Erkrankungen zurück, die vom Gefäßsystem oder vom Herzen ausgehen. Dazu zählt allen voran der akute Myokardinfarkt (AMI), besser bekannt als Herzinfarkt. Ziel ist es, therapeutische Zielstrukturen, seien es Funktionen bestimmter Zellen oder Stoffwechselvorgänge, sog. „Effektormechanismen“ – die titelgebenden „master switches“ - zu identifizieren, die in der Phase nach dem Infarkt die Weichen für den weiteren Genesungsverlauf stellen. So könnten auch Ansatzpunkte für neue Therapien gefunden werden. Sprecher des SFBs ist Professor Dr. Jens W. Fischer, Institut für Pharmakologie und Klinische Pharmakologie, Prof. Dr. Malte Kelm, Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie, ist stellvertretender Sprecher, die Geschäftsführung liegt bei Prof. Dr. Axel Gödecke, Institut für Herz- und Kreislaufforschunng.

Vor drei Jahren haben die beteiligten Wissenschaftler in Düsseldorf (Kardiologie, Pharmakologie, Herz-Kreislauf-Physiologie) begonnen, die Konzepte und die wissenschaftlichen Vorarbeiten für dieses Verbundprojekt zu erstellen. Das übergeordnete Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Therapieoptionen. „Dadurch sollen die akuten Komplikationen und die Spätfolgen wie Herzinsuffizienz und schwerwiegende Herzrhythmusstörungen und letztlich die Sterblichkeit nach Myokardinfarkt vermindert werden. Für die erfolgreiche Umsetzung des auf zwölf Jahre angelegten Gesamtkonzeptes ist die Berücksichtigung des Einflusses von Begleiterkrankungen, wie z.B. Diabetes mellitus, auf die Erholungsphase nach einem Herzinfarkt besonders wichtig“, erläutert Sprecher Prof. Fischer die Ziele des umfangreichen Forschungsprojektes.

Beteiligt an dem neuen Sonderforschungsbereich sind zahlreiche weitere Einrichtungen der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums mit insgesamt 17 Teilprojekten und einem Graduiertenkolleg. Dazu gehören die Neurologie (Prof. Dr. Sebastian Jander), beide Leibniz Institute an der Heinrich-Heine-Universität – das Deutsche Diabetes Zentrum (DDZ) (Prof. Dr. Michael Roden) und das Institut für Umweltmedizinische Forschung (IUF) (Prof. Dr. Judith Haendeler) sowie eine enge Kooperation mit der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der HHU und als weitere Hochschule die Universität Duisburg-Essen.

MEDICA.de; Quelle: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf