Der Lehrstuhl für Produktentwicklung der TUM beschäftigt sich seit langem intensiv mit chirurgischen Telemanipulationssystemen, um Vor- und Nachteile bestehender sowie Anforderungen an zukünftige Systeme herauszuarbeiten. Diese Arbeiten mündeten in die Entwicklung eines eigenständigen innovativen Konzepts, des Telemanipulationssystems MoKeyS (Mobile Keyhole Surgery). Die Konstrukteure bemühten sich um eine Reduzierung des Bauraums und legten Wert auf eine einfache und kostengünstige Mechanik sowie auf die flexible Adaption des Systems an den Operationstisch.

Ein Modul des Manipulators MoKeyS besteht laut den Forschern aus drei Hauptbaugruppen: tragende Struktur, C-Bogen und Instrument. Die tragende Struktur diene der Vorjustierung des Instrumententrägers bezüglich des Patienten. MoKeyS ermögliche es, die einzelnen Module am Operationstisch flexibel zu befestigen und damit an unterschiedliche Operationsverfahren anzupassen.

Der C-Bogen erlaube die Bewegung in zwei rotatorischen und einem translatorischen Freiheitsgrad. Der Bogen selbst schwenke um eine horizontale Achse quer zum Operationstisch. Zusätzlich lasse sich das Instrument radial und tangential auf dem C-Bogen bewegen, so die Hintergrundinformationen. Die Instrumentenspitze beschreibe Kugelkoordinaten innerhalb des vom C-Bogen aufgespannten Radius. Das Instrument verfüge über Antriebe zur Bewegung in drei rotatorischen Freiheitsgraden, einen Schaft und ein Werkzeug, zum Beispiel Greifer oder Skalpell.

Ein erstmals auf der diesjährigen Hannovermesse vorgestellter Prototyp wird im November 2005 auf der Messe MEDICA einem medizinischen Fachpublikum präsentiert. Aufgrund seines hohen Innovationsgrades wurde das Konzept bereits zum Patent angemeldet. Derzeit bereitet der Lehrstuhl für Produktentwicklung auch die Patentanmeldung des eigens für MoKeyS entwickelten Instruments vor.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität München