Das Bakterium Pseudomonas aeruginosa kann bei Mukoviszidose-Patienten die Atemwege chronisch besiedeln und so den Verlauf der Krankheit wesentlich verschlechtern. Zudem ist der Keim häufig an im Krankenhaus erworbenen Infektionen beteiligt. "Weil das Bakterium so anpassungsfähig ist, kann eine Behandlung derartiger Infektionen besonders auf Intensivstationen oft problematisch verlaufen", betont Professor Dr. Dr. Burkhard Tümmler, Leiter der Klinischen Forschergruppe Cystische Fibrose an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Daher sei es entscheidend, die Ausbreitung des Erregers von Patient zu Patient rasch zu unterbinden und eine Verschleppung aufzuklären.

"Unsere Forschergruppe hat einen einfachen und schnellen Test entwickelt, mit dem auch ein nicht spezialisiertes Labor innerhalb weniger Stunden eine Typisierung des Bakteriums durchführen kann", betont Professor Tümmler. Die Forscher haben spezielle Marker und Sonden identifizieren können, mit denen sie die Bakterien typisieren können. Diese Sonden - kurze Ketten von Nukleotiden - sind so beschaffen, dass für die Bestimmung des Bakterientyps wichtige Bereiche des Bakterienerbguts genau daran binden.

Mit dieser neuen Methoden können die Bakterien - ausgehend von einer Pseudomonas aeruginosa-Probe - innerhalb von sechs Stunden typisiert werden. Dabei werden aus dem Erbgut der Bakterien die für die Identifizierung interessanten Bruchstücke herausgeschnitten und millionenfach kopiert. Die Sonden suchen dann bei den 50 verschiedenen DNA-Abschnitten nach Übereinstimmungen im Erbgut der Keime.

"Der Ablauf ist nach dem Bestücken des Geräts vollständig automatisiert", sagt Professor Tümmler. Eine Farbreaktion zeigt an, mit welchen der 50 Merkmale die Probe übereinstimmt, der Computer und die Software speichern die Daten in einem universellen, austauschbaren Format und gleichen sie zusätzlich mit Internetdatenbanken ab. "Damit werden die gefundenen Daten erstmals auch zwischen unterschiedlichen Kliniken vergleichbar", betont der Forscher.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Hochschule Hannover