Im Grunde ist der Test ganz einfach: Ein spezieller Schaumtupfer wird in die Handfläche gelegt und eine bestimmte Flüssigkeit darauf getröpfelt. Je nachdem, wie hoch der Cholesterinwert in der Haut ist, verändert sich die Farbe der Flüssigkeit und des Tupfers. Ein elektronischer "Stab" misst danach die Farbveränderung und kann insofern indirekt den Cholesterinwert in der Haut quantifizieren.

Dieser Test wurde im Rahmen einer kleinen Studie bei 81 Patienten angewandt, die sich mittels Ultraschall der Arteria carotis die Intima-Media-Dicke dieser Arterie bestimmen lassen wollten. Bei keinem dieser Patienten waren kardiovaskuläre Erkrankungen bekannt. Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 56 Jahren und der durchschnittliche Gesamt-Cholesterinwert der Haut lag bei 95,9 Einheiten.

Ein Vergleich mit der Arteriendicke zeigte einen klaren Zusammenhang mit dem gemessenen Cholesterinwert: Jene Patienten, deren Cholesterinwert in der höchsten Quartile lag, hatten eine Intima-Media-Wanddicke von durchschnittlich 0,87 mm, versus 0,76 mm bei jenen Patienten, deren Cholesterinwert in den unteren drei Quartilen lag (p gleich 0.011).

Der Zusammenhang zwischen Haut-Cholesterin und Arterienwanddicke war in jener Studie unabhängig von Alter, Geschlecht, Blutglukose, systolischem Blutdruck und Blut-Lipidwerten. Auch eine lipidsenkende Therapie hatte keinen Einfluss darauf (p gleich 0.031). Nach Ansicht mancher Experten könnte der neue Test ein wertvolles Hilfsmittel für den niedergelassenen Arzt sein, um schnell und unkompliziert Risikopatienten für kardiovaskuläre Erkrankungen zu identifizieren und mit den Patienten über die vermeidbaren Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und mangelnde Bewegung zu sprechen.

MEDICA.de; Quelle: American College of Cardiology (ACC) 2005 Annual Scientific Session: Abstract 820-4