Neuer Weg zur Insulinherstellung

Foto: Blutzuckermessung

Diabetiker müssen regelmäßig ihren
Insulinspiegel messen; © SXC

Die Forscher versuchten, die Ausbeute eines Insulin-Vorläufers mithilfe eines neuen Verfahrens zu erhöhen und damit die Kosten zu reduzieren. Sie stießen auf den Hefepilz Pichia pastoris und veränderten den Pilz so, dass er auf einem bestimmten Medium wachsend die Bausteine des Insulins produziert. Das Ergebnis: „Unser Verfahren mit Pichia pastoris liefert hohe Ertragsmengen – doppelt so hoch wie bisher bekannt“, sagt Ursula Rinas von HZI. „So lässt sich bereits mit wenigen Zellen eine große Menge des Insulin-Vorläufers herstellen.“

Insulin war Anfang der 1980er Jahre das erste rekombinant hergestellte Medikament, das die amerikanische Zulassungsbehörde für Medikamente „FDA“ zur Anwendung beim Menschen zuließ. Heute erfolgt die Produktion von Insulin hauptsächlich über zwei Wege: Ein Vorläufer des Insulins wird in dem Bakterium Escherichia coli hergestellt und muss anschließend in aufwändiger Weise chemisch modifiziert werden. Der zweite Weg läuft über die bekannte Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae.

Der Vorteil der letzteren Methode liegt darin, dass die Hefe das Vorläuferprotein direkt ins Medium abgibt und es somit nicht in einem weiteren Arbeitsschritt aus den Zellen isoliert werden muss. Den gleichen Weg geht die von Rinas und ihren Kollegen beschriebene neue Methode. Nach der Gewinnung aus dem Medium folgt lediglich die enzymatische Fertigstellung.

Das mit dieser Methode hergestellte Insulin ist normal anwendbar und entspricht dem menschlichen Insulin. Zurzeit arbeiten die Forscher daran, mit dem gleichen System einen Impfstoff gegen das Dengue-Fieber herzustellen.

MEDICA.de; Quelle: Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung