Das zeigen zwei Studien zu dem neuen Wirkstoff, der sich noch in der Entwicklung befindet und vorerst den Namen TMC278 trägt. In einer Studie wurde TMC278 bei 368 therapienaiven HIV-Patienten getestet. Randomisiert erhielten alle Probanden entweder 25 Milligramm oder 75 beziehungsweise 150 Milligramm TMC278 pro Tag. Das Ergebnis dieser Behandlung verglich man mit den Ergebnissen einer Kontrollgruppe, deren Teilnehmer 600 Milligramm Efavirenz pro Tag erhielten. Alle Patienten wurden zusätzlich mit zwei Nukleosidalen Reverse-Transkriptase-Hemmern (NRTI) behandelt.

Während der durchschnittlichen Behandlungsdauer von 52 Wochen traten bei etwa 33 Prozent der Patienten unter TMC278 unerwünschte Wirkungen im Bereich des Nervensystem auf, wie etwa Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel. Dies galt für alle Dosierungsstärken des neuen Wirkstoffs. Unter Efavirenz waren jedoch sogar 53 Prozent der Patienten von solchen Nebenwirkungen betroffen (p gleich 0.002).

Die Inzidenz psychiatrischer Störungen unter der Pharmakotherapie war in beiden Gruppen vergleichbar: 13 Prozent unter TMC278 und 16 Prozent bei Efavirenz. Die häufigsten psychiatrischen Nebenwirkungen waren Schlaflosigkeit, Depressionen und Alpträume.

Auch in Bezug auf den Lipidstoffwechsel scheint TMC278 weniger Nebenwirkungen zu haben als Efavirenz, wie eine zweite Studie zeigte: Bei signifikant weniger Patienten änderte sich unter TMC278 der Stoffwechsel des LDL-Cholesterins als unter Efavirenz (p kleiner 0.001). Allerdings stieg das HDL-Cholesterin unter Efavirenz stärker an als unter TMC278 (p kleiner 0.001). Die Glukose- sowie Insulinsensitivität änderte sich in beiden Gruppen nur minimal.

MEDICA.de; Quelle: 4th International AIDS Society Conference on HIV Pathogenesis, Treatment and Prevention abstracts TUAB105, WEPEA105