Neuer Wirkstoff stoppt Signale

Hoffnung bei Krebs in der
Bauchspeicheldrüse;© NCI

Proteinkinasen sind eng miteinander verwandte Eiweißmoleküle, die an dem komplexen Prozess der Krebsentstehung beteiligt sind. Im Rahmen einer klinischen Studie wird nun an zehn Zentren ein neuer Wirkstoff geprüft, der die Polo-like-Kinase (PLK) hemmt. „Das Medikament greift an genau definierten Zielstrukturen in komplexe Signalwege der Zellteilung ein und hemmt dadurch das Wachstum von Tumorgewebe“, erläutert der Leiter der Klinischen Prüfung in Deutschland, Privatdozent Dr. Klaus, Mross, Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Tumorbiologie in Freiburg.

Bisher wird Bauchspeicheldrüsenkrebs meistens mit einer Chemotherapie behandelt. Bei manchen Patienten wird der Krankheitsverlauf dadurch zwar hinausgezögert, bei den meisten ist das Ergebnis aber nicht zufriedenstellend. Auch die Versuche den Patienten durch eine Kombination von Medikamenten zu helfen, konnten bisher keine großen Erfolge vorweisen.

Der neue Wirkstoff BI 2536 ist ein PLK-Hemmstoff, der dazu in der Lage ist, die Zellteilung in allen Phasen des Zellzyklus zu blockieren. Im Gegensatz zu klassischen Zytostatika attackiert die neue Substanz dabei nicht sämtliche Zellen im Körper. Sie greift nur in die Signalwege ein, die die Zellteilung steuern und schränkt dadurch das Wachstum des Tumorgewebes ein.

Etwa 100 Patienten mit verschiedenen Krebsarten sind bislang im Rahmen einer Phase 1 Studie mit diesem Medikament behandelt worden. „Die dabei erfolgten Beobachtungen zeigten eine im Wesentlichen gute Verträglichkeit. Unerwartete schwerwiegende Nebenwirkungen sind nicht aufgetreten“, berichtet Mross. In der zweiten Phase der Studie soll nun die Wirkung von BI2536 speziell auf Bauchspeicheldrüsenkrebs untersucht werden. Es handelt sich dabei um den ersten Polo-like-Kinase-Hemmstoff, der bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs geprüft wird.

MEDICA.de; Quelle: Klinik für Tumorbiologie Freiburg