Die Substanz befindet sich noch in der Erprobung und ist bislang nur in Japan auf dem Markt. S-1 besteht aus drei Komponenten: Tegafur – einem prodrug des 5-Fluorouracil, Gimeracil, das die Aktivität des Enzyms Dihydropyrimidin-Dehydrogenase hemmt und Oteracil, das unerwünschte Nebenwirkungen an der Magenschleimhaut hemmt.

Auf der diesjährigen Konferenz des „Gastrointestinal Cancers Symposium (GCS)“ wurde jetzt eine Phase-3-Studie bekannt. 1.059 Patienten mit Magenkarzinomen im Stadium 2 und 3 nahmen daran teil. Alle hatten sich bereits einer Operation unterzogen. Randomisiert erhielten sie danach S-1 oder Placebo. Die Einnahme begann 45 Tage nach der Operation und dauerte vier Wochen an. Nach einer Pause von zwei Wochen nahmen die Patienten die Substanzen danach ein Jahr lang weiter ein.

Die Gesamt-Überlebensrate war in der S-1-Gruppe statistisch signifikant besser als in der Placebogruppe. 80,5 Prozent der Patienten überlebten mindestens drei Jahre. In der Placebogruppe waren dies nur 70,1 Prozent der Patienten. Auch die Zahl der Rückfälle lag in der Verumgruppe deutlich unter der Placebogruppe: 72 Prozent blieben unter S-1 drei Jahre lang ohne Rückfall, dagegen nur 60 Prozent der Patienten unter Placebo.

S-1 ist offenbar nur gering toxisch, wie die Studienleiter auf dem Kongress berichteten. Nur wenige Patienten hatten entsprechende Beschwerden: Sechs Prozent versus zwei Prozent in der Placebogruppe. Die unerwünschten Wirkungen betrafen unter anderem Appetitlosigkeit und verschiedene hämatologische Beeinträchtigungen. Schwere Nebenwirkungen waren allerdings selten.

Obwohl noch weitere Untersuchungen ausstehen, ziehen die Studienleiter bereits ein positives Fazit: S-1 sei eine wertvolle Alternative zu den bisherigen adjuvanten Therapien, heißt es.

MEDICA.de; Quelle: 2007 Gastrointestinal Cancers Symposium (GCS) Abstract 8