Auf dem 11. Kongress der europäischen Gesellschaft für Hämatologie wurden die Ergebnisse der randomisierten Phase II Studie mit dem Wirkstoff Dasatinib bei chronischer myeloischer Leukämie (CML) vorgestellt. Dasatinib befindet sich zur Zeit noch in der Entwicklung.

Diese multizentrische Untersuchung umfasste 150 CML-Patienten in der chronischen Phase, die gegen den Wirkstoff Imatinib resistent waren. Die Patienten wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und mit 140 mg/Tag Dasatinib (101 Patienten) behandelt beziehungsweise erhielten eine erhöhte Imatinib-Dosis von 800 mg/Tag (49 Patienten).

Der primäre Endpunkt der Studie war eine wesentliche zytogenetische Reaktion nach zwölf Wochen. Diese Reaktion definierten die Studienleiter als vollständige – keine Anzeichen von Philadelphia-Chromosom positiven Ph+-Zellen im Knochenmark – beziehungsweise partielle – weniger als 35 Prozent der Ph+-Zellen im Knochenmark – zytogenetische Reaktion. Fünfunddreissig Prozent der Patienten im Dasatinib-Arm erlebten eine wesentliche zytogenetische Reaktion, davon 21 Prozent eine vollständige. Im Imatinib-Arm erlebten neunundzwanzig Prozent der Patienten eine wesentliche zytogenetische Reaktion, davon acht Prozent eine vollständige.

Zu den bedeutenden, nicht-hämatologischen unerwünschten Ereignissen im Dasatinib-Arm gehörten Diarrhöen (26 Prozent), Wasseransammlungen (25 Prozent), Übelkeit (21 Prozent), Blutungen (17 Prozent) und Erbrechen (sechs Prozent). Unter Imatinib gehörten Wasseransammlungen (43 Prozent), Übelkeit (31 Prozent), Diarrhöen (29 Prozent), Erbrechen (22 Prozent) und Blutungen (acht Prozent) zu den wichtigsten Nebenwirkungen. Von nicht-hämatologischen Toxizitäten dritten bis vierten Grades waren höchstens fünf Prozent der Patienten jeweils in beiden Armen betroffen.

MEDICA.de; Quelle: 11. Jahrestagung der European Hematology Association