Neues Angiografie-System im Einsatz

Foto: Angiografie-Gerät

Die moderne Bildgebung ermöglicht
es, Eingriffe mit speziellen
Werkzeugen über das Gefäßsystem
des Körpers vorzunehmen und
zu überwachen;© Universität
Innsbruck

„Das Gerät liefert eine hoch aufgelöste Darstellung vom Gehirn und den Gefäßen, was die Genauigkeit in Diagnose und Therapie weiter verbessert“, erklärt Doktor Elke Gizewski. „Das Neue an dem modernen System ist unter anderem die Möglichkeit, dreidimensionale Bilder zu erzeugen“, ergänzt Gizewski. Eine spezielle Überwachung der Strahlendosis vermindert außerdem die Strahlenbelastung für die Patienten. Die integrierte Bildgebung wie bei einem Computertomografen (CT) kombiniert verschiedene Techniken in einem Gerät und spart Zeit sowie unnötige Transfers schwer kranker Patienten.

Alles in allem bewirkt die neue Technik eine höhere Präzision und Sicherheit für die Patienten. Die neue Technik mit ihren Optionen kann in verschiedenen Körperregionen eingesetzt werden. Die gemeinsame Nutzung des Gerätes durch die Radiologie und Neuroradiologie gewährleistet darüber hinaus eine optimale Auslastung und Kosteneffizienz.

Neuroradiologen diagnostizieren und behandeln eine Vielzahl unterschiedlicher Krankheitsbilder des zentralen Nervensystems. Außerdem spielt die Neuroradiologie eine maßgebliche Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Blutungen im Gehirn. Das neue System kommt in vielen verschiedenen Disziplinen zum Einsatz. Die Durchleuchtungstechnik wird eingesetzt, um Gefäße und Weichteile des Gehirns darzustellen, ist aber auch wichtig, um Schlaganfälle oder Aneurysmen (Gefäßaussackungen) zu behandeln.

Therapeutische Maßnahmen in diesem Bereich, auch interventionelle Neuroradiologie genannt, sind zum Beispiel Gefäßdehnungen, das Veröden von Blutschwämmen sowie von Tumoren oder das Ausfüllen von Gefäßerweiterungen mit Platin-Spiralen (Coli-Embolisation). Die moderne Bildgebung ermöglicht es, Eingriffe mit speziellen Werkzeugen über das Gefäßsystem des Körpers vorzunehmen und zu überwachen. Spontan auftretende Blutungen beispielsweise können mit der neuen, weiterentwickelten Echtzeitdarstellung sofort erkannt, und damit direkt behandelt werden. Im Schnitt werden an dem neuen Angiografie-System fünf Patienten pro Tag untersucht und/oder behandelt.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Universität Innsbruck