Neues Asthma-Gen entdeckt

Bild: Ein Inhalator

Etwa zehn Prozent der Kinder in
Deutschland leiden unter Asthma
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Forscher haben über 300.000 genetische Merkmale bei mehreren tausend Kindern untersucht. Dabei entdeckten sie, dass bestimmte Varianten des neu entdeckten Gens ORMDL3 das Risiko, in der Kindheit an Asthma zu erkranken, deutlich erhöhen können. ORMDL3 ist eng mit zwei Genen verwandt, die die Bauanleitung für Membranproteine eines wichtigen zellulären Bestandteils liefern. ORMDL3 könnte ein wichtiger Ansatzpunkt für die Prävention und Diagnostik von Asthma sein - wie auch für die Entwicklung neuer Therapien.

Die Wissenschaftler untersuchten die Effekte so genannter SNPs, der "Single Nucleotide Polymorphisms", auf die Entstehung von Asthma in der Kindheit. SNPs sind punktförmige genetische Variationen, die an jeweils einer Stelle des Erbmoleküls DNA auftreten können und bei vielen Menschen vorkommen.

In die Studie einbezogen wurden dabei zunächst 994 Patienten, die seit ihrer Kindheit an Asthma litten, sowie 1.234 gesunde Probanden. "Unsere Studie war die erste dieser Art und Größe", so Privatdozent Dr. Michael Kabesch von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. "Wir konnten dann auch einen ungewöhnlichen und unerwartet starken Effekt nachweisen, der auch in Kontrolluntersuchungen bestätigt wurde."

Insgesamt zeigte sich, dass mehrere genetische Variationen in einem bestimmten Bereich des Chromosoms 17 das Risiko für Asthma im Kindesalter deutlich erhöhen. Weiterführende Analysen zeigten dann, dass die in diesem Chromosomenabschnitt liegenden SNPs einen starken Einfluss auf die Aktivität des Gens ORMDL3 haben, das bislang überhaupt noch nicht bekannt war.

"Wir konnten nachweisen, dass die Genveränderungen, die zu Asthma führen, die Produktion des Gens dramatisch erhöhen", berichtet Kabesch. "Wir haben nun begonnen, die Funktion von ORMDL3 zu untersuchen." Mittlerweile ist bekannt, dass das Gen in vielen Geweben aktiv ist, vor allem aber in bestimmten weißen Blutkörperchen.

MEDICA.de; Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München