Die Ursache von Arthritis liegt oft viele Jahre zurück. Ob ein Bakterium Auslöser der entzündlichen Gelenkerkrankung ist oder Gelenkverschleiß, das ließ sich bisher nur in wochenlangen Laboruntersuchungen herausfinden.

Ein mobiles Laborsystem des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) in München soll nun Abhilfe schaffen. Sein Herzstück ist ein Biochip, ein daumennagelgroßes schwarzes Plastikplättchen, auf das hundert verschiedene Antigen-Dots gedruckt werden. In jedem dieser 500 Mikrometer großen Dots sind Antigene eines möglichen Arthritis-Erregers immobilisiert.

Für die Durchführung des gesamten Arthritis-Tests wird nur etwa ein halber Milli-Liter Blutserum benötigt. "Unser Testsystem zeigt schnell, ob der Patient schon mit einem dieser Antigene Bekanntschaft gemacht hat", erklärt Karl Neumeier vom IZM. Denn das Blutserum enthält alle Antikörper, die sein Immunsystem jemals hergestellt hat. Findet ein Antikörper aus dem Blut "sein" Antigen auf dem Chip, reagiert es darauf. Eine Fluoreszenzmarkierung macht diese Reaktion sichtbar. Ein Lesegerät erfasst die leuchtenden Punkte und erkennt das jeweilige Antigen. Spricht der Test nicht an, so ist die Ursache keine Infektion, sondern Gelenkverschleiß.

Hinter dem einfachen Diagnoseprinzip verbirgt sich jede Menge Mikrotechnik: Der Biochip steckt in einer scheckkartengroßen Kartusche, in der alle Reaktionsschritte nacheinander ablaufen. Mikrokanäle und Fluidverteiler leiten die Chemikalien genau dorthin, wo sie benötigt werden. In zwei Stunden bearbeitet es bis zu fünf Kartuschen von verschiedenen Patienten gleichzeitig. In etwa zwei Jahren sollen alle Studien abgeschlossen sein.

MEDICA.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration