Dr. Marta Rosário vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, hat mit Kollegen ein neuartiges Gen, beziehungsweise Protein entdeckt, das eine entscheidende Rolle bei der Ausbildung und Verknüpfung von Nervenfasern spielt. Sie haben es NOMA-GAP (Neurite-Outgrowth MultiAdaptor RhoGAP) benannt.

Es aktiviert den Nervenwachstumsfaktor (NGF), der die Funktion des Nervensystems aufrechterhält und das Überleben von Nervenzellen sichert. Über diesen Faktor ist NOMA-GAP mit zwei Signalwegen verbunden, die den Auf- und Ausbau von Neuriten mitsteuern und kontrollieren. Mutationen und daraus resultierende Fehlschaltungen in diesem Netzwerk von Proteinen spielen zum Beispiel bei der Alzheimer Krankheit eine Rolle.

Rosário entdeckte das Protein in sich entwickelnden Nervenzellen von Mäusen. Die Forscherin konnte zeigen, dass NOMA-GAP in der frühen Embryonalphase im Neuralrohr, der ersten Entwicklungsstufe des Nervensystems aktiv ist und später auch während der Entwicklung des periphären und Zentralen Nervensystems (ZNS).

Was NOMA-GAP für die Zellforscher so besonders interessant macht ist, dass es zwei verschiedene Funktionen ausüben kann. "Zum einen wirkt es wie eine molekulare Verteilerdose, in die verschiedene Stecker mit unterschiedlichen Funktionen passen", erläutert Dr. Rosário. "Es zählt deshalb zu den Multiadaptorproteinen."

Für einen befristeten Zeitraum bauen diese Proteine in der Zelle ein Netzwerk von miteinander kommunizierenden Proteinen auf und speisen deren Informationen gezielt in die verschiedenen Signalwege ein. Zum anderen hat es die Eigenschaft des Enzyms RhoGAP, das eine wichtige Rolle für den Auf- und Umbau des Zellskeletts spielt. "Damit haben wir erstmals gezeigt, dass es diese beiden Funktionen bei einem einzigen Genschalter gibt", betont Dr. Rosário.

MEDICA.de; Quelle: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin