Neues Haarausfall-Gen entdeckt

Foto: Mann mit Haarausfall

Die Gene beeinflussen den Haar-
ausfall; © sergej23/Pixelio.de

Die Forscher der Universitäten Bonn und Düsseldorf hatten das Erbgut von knapp 300 Männern mit starkem Haarausfall analysiert. Dazu untersuchten sie mehr als 500.000 Informationsschnipsel im Genom ihrer Probanden. An zwei Stellen stimmte die Erbinformation bei kahlköpfigen Männern auffällig häufig überein - ein deutlicher Hinweis darauf, dass die dort liegenden Gene etwas mit dem Haarverlust zu tun haben. "In einer dieser auffälligen Regionen liegt das Gen für den Androgen-Rezeptor", erklärt Doktor Axel Hillmer vom Institut für Humangenetik und Life and Brain-Zentrum der Universität Bonn. "Wir wussten bereits aus einer vorherigen Studie, dass der Rezeptor beim Haarverlust eine Rolle spielt. Die andere Stelle ist aber neu."

Es ist erst die zweite Erbgut-Region, die zweifelsfrei mit dem vorzeitigen Haarverlust in Verbindung gebracht werden kann. "Wir versuchen nun herauszufinden, welche Funktion das betroffene Gen beim Haarwachstum übernimmt", sagt der Wissenschaftler Doktor Felix Brockschmidt. "Erst dann werden wir wissen, ob sich hierdurch neue Möglichkeiten für die Therapie des männlichen Haarausfalls ergeben."

Über mehrere Jahre hatten die Forscher bundesweit Blutproben von Betroffenen gesammelt. Sie konnten ihren Befund inzwischen bei weiteren betroffenen Männern aus Deutschland und Australien bestätigen.

Die Ergebnisse zeigen, dass mehrere Gene an der Entwicklung des männlichen Haarausfalls beteiligt sind. Interessant sind die Befunde auch für die Vererbungswege: So liegt das zuvor einzige bekannte Risiko-Gen für den Androgenrezeptor auf dem X-Chromosom. Es wird also von der Mutter vererbt - daher schlagen Männer in punkto Haarausfall oft nach ihrem Großvater mütterlicherseits. Das neu entdeckte Gen liegt dagegen auf Chromosom 20 und kann sowohl von der Mutter als auch vom Vater vererbt werden. "Dadurch lassen sich Ähnlichkeiten zwischen Vater und Sohn erklären", so die Wissenschaftler.

MEDICA.de; Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn