Neues Implantat-Register SIRIS

Das SIRIS-Register steht neu auf dem obligatorischen Messplan des ANQ. Deshalb sind die Spitäler und Kliniken verpflichtet, die Kenndaten dieser Implantate zu erfassen.

In der Schweiz werden jährlich rund 20 000 Hüft- und 16 000 Knieprothesen eingesetzt, Tendenz steigend. In SIRIS werden nun die Kenndaten aller künstlichen Hüft- und Kniegelenke noch im Operationssaal erfasst. Bei späteren Operationen am selben Gelenk erfolgt ein weiterer Registereintrag. Dadurch können allfällige Implantatschäden nicht nur frühzeitig und zentral erkannt, sondern Patienten mit dem gleichen Prothesentyp auch ohne Verzug orientiert und zu ärztlichen Kontrollen aufgefordert werden. Sollte der erfahrungsgemäß seltene Fall einer Rückrufaktion eintreten, lassen sich bereits ausgelieferte Implantate rasch zurückziehen.

Rund 220 einzelne Spitäler und Kliniken, die dem nationalen Qualitätsvertrag des ANQ beigetreten sind und Hüft- sowie Knieprothesen implantieren, sind nun verpflichtet diese Implantate spätestens ab 1. September 2012 zu registrieren. Dies, weil der ANQ das Register SIRIS Ende 2011 in seinen obligatorischen Messplan aufgenommen hat.

Bei der Registrierung mit SIRIS füllt der Operateur für jedes verwendete Implantat einen Fragebogen mit den wichtigsten Angaben zur Operation aus. Diese gelangen zusammen mit den Kenndaten der Implantate in elektronischer Form, verschlüsselt (und weit möglichst anonymisiert) in die SIRIS-Datenbank. Bei Re-Operationen zum Entfernen oder Auswechseln eines Implantates erfolgt eine weitere Registermeldung. Die Erkenntnisse veröffentlicht der ANQ in einem jährlichen Bericht. Die Rohdaten, auf denen die Auswertungen basieren, sind vertraulich und nicht öffentlich zugänglich.

Zusätzlich zur flächendeckenden Sicherung der Behandlungsqualität erlaubt SIRIS Aussagen über das Langzeitverhalten und die Funktionsdauer von Implantaten. Damit lassen sich verschiedene Materialien, Techniken und Produkte direkt miteinander vergleichen, Outcome-Schwankungen sowie regionale Unterschiede feststellen und wo nötig Verbesserungen einleiten.

Zudem können auch Kosten-Nutzen-Berechnungen einzelner Operationsverfahren und Implantate vorgenommen werden. Spitäler und Ärzte können die Informationen zu ihrer Behandlungskontrolle nutzen, Sozialversicherer zur Qualitätssicherung und die Medtech-Industrie kann sie beim Produkte-Monitoring einsetzen.

MEDICA.de; Quelle: Nationaler Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken