Bei Verdacht auf Bänderriss oder Hirntumor leistet die Kernspintomographie unverzichtbare Dienste in der medizinischen Diagnostik. Da die Untersuchung aber einen ortsfesten supraleitenden Magneten, hochempfindliche Elektronik und hochqualifiziertes Bedienungs-personal erfordert, ist sie kostspielig und an Krankenhäuser gebunden.

Bisher jedenfalls, denn jetzt ist es Forschern der RWTH Aachen gelungen, den Kernspintomographen auf die Größe eines Notebooks zu verkleinern. Das Gerät kann somit zum Einsatzort gebracht werden wodurch die Bedienungskosten sinken.

Neben der medizinischen Diagnostik eröffnen sich damit eine Vielzahl neuer Anwendungsfelder, vor allem im Bereich der zerstörungsfreien Materialprüfung. Labormessungen mit dem mobilen Kernspintomographen können zum Teil teure Reifentests auf der Rennstrecke ersetzen.

Das "NMR-MOUSE®" getaufte Gerät wurde am Institut für Technische und Makromolekulare Chemie der RWTH Aachen konzipiert. Die Forscher präsentieren das Gerät auch auf der Hannover Messe im April am Gemeinschaftsstand des Forschungslands Nordrhein-Westfalen. Eine interdisziplinäre Forschergruppe von Chemikern, Elektrotechnikern, Maschinenbauern und Medizinern erweiterte es mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu einem offenen und mobilen Kernspintomographen.

Erste Bilder von Gelenken und Defekten in Gummihüllen haben gezeigt, dass in wenigen Minuten brauchbare Bilder entstehen. Die Mobilität erhöht die Attraktivität der Kernspintomographie, so können in Zukunft Anwendungsfelder im Bereich der Patienten- oder Materialdiagnostik neu erschlossen werden.

MEDICA.de; Quelle: RWTH Aachen