Fortbildungen: Neues Konzept zur Rückengesundheit

21.06.2013
Foto: Rückenschmerzen

Die Entstehung von Rückenschmerz wird als multikausaler Prozess gese-
hen, den sowohl ergonomische Belas-
tungen als auch psychische Faktoren beeinflussen; © panthermedia.net/
Geo Martinez

Ein neues Fortbildungsprogramm soll Beschäftigen in der Pflege helfen, Rückenschmerzen zu verhindern oder bestehende Leiden zu lindern.

Das Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Mainz hat in Kooperation mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrts und der Unfallkasse Rheinland-Pfalz hat ein neues Konzept zur Erhaltung der Rückengesundheit (KERs) für Pflegekräfte entwickelt. Es basiert auf Erkenntnissen aus einer Pilotstudie, in welcher die Mainzer Wissenschaftler drei verschiedene Präventionsangebote sowie deren Kombination zu rückengerechter Arbeitsweise, zur Verbesserung der körperlichen Fitness und zum Umgang mit psychosozialen Belastungen untersucht haben. Die Entstehung von Rückenschmerz, so die Ausgangshypothese, ist ein multikausaler Prozess, den sowohl ergonomische Belastungen als auch psychische Faktoren beeinflussen.

Die Untersuchungsergebnisse belegen, dass chronische Rückenschmerzen mit unterschiedlichen Faktoren zusammenhängen. Pflegekräfte haben insbesondere Schmerzen im Nacken und im unteren Rücken, wenn sie psychisch stark beansprucht sind, sie häufig Lasten von mehr als 20 Kilo bewegen müssen und ihre Rückenmuskulatur nicht ausreichend trainiert ist. Um die Rücken- und Nackenschmerzen zu verringern, hat sich eine Kombination verschiedener Einzelmaßnahmen als besonders nützlich erwiesen, so eine zentrale Erkenntnis der KERs-Studie. Die Studienteilnehmer, die an gezielten Fortbildungsmaßnahmen über rückengerechtes Arbeiten, Fitness und Stressmanagement teilnahmen und dieses Wissen auch in allen drei Bereichen anwendeten, hatten anschließend weniger Schmerzen als vor den Interventionen. Der Anteil der Personen ohne Schmerzen konnte deutlich gesteigert werden.

In ihrer Studie konnten die Wissenschaftler zeigen, dass spezifische Fortbildungsmaßnahmen eindeutig eine präventive Wirkung entfalten und wesentlich zum Wohlbefinden der Beschäftigten beitragen können. „Wir sind froh, mit KERs eine Basis für ein innovatives Konzept entwickelt zu haben, das den Beschäftigten hilft, die Beanspruchungen an ihrem Arbeitsplatz zu reduzieren und ihre individuellen Gesundheitsressourcen zu stärken“, so Professor Stephan Letzel, Direktor des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Mainz. „Für die Zukunft der Pflege sind sowohl in der Verhaltensprävention als auch im Bereich Organisation und Arbeitsbedingungen weitere Verbesserungen notwendig, um die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern und arbeitsbedingte Gesundheitsstörungen zu vermeiden.“

MEDICA.de; Quelle: Universitätsmedizin Mainz