Das NRZ soll alle in Deutschland vorkommenden Fälle von humanen spongiformen Enzephalopathien erfassen. Zu diesen Erkrankungen bei Menschen gehören unter anderem die Creutzfeldt-Jakob- Krankheit (CJK) und die durch BSE ausgelöste Variante vCJK. Das Bundesministerium für Gesundheit fördert das NRZ für zunächst drei Jahre.

Das NRZ wird Änderungen in der Häufigkeit des Auftretens der Creutzfeldt-Jakob Krankheit sowie alle Hinweise auf Änderungen bei den krankheitsspezifischen Merkmalen dieser Erkrankung dokumentieren. "Ein besonderes Augenmerk haben wir dabei auf solche Anzeichen, die auf eine BSE-Epidemie hindeuten könnten", sagt die Leiterin des NRZ, Professorin Dr. Inga Zerr. Die Daten stehen anderen Institutionen europaweit und darüber hinaus weltweit zur Verfügung.

Als NRZ übernimmt die Göttinger Prionforschungsgruppe zusätzlich Aufgaben in der Diagnostik atypischer Demenzerkrankungen. Sie beraten und unterstützen den öffentlichen Gesundheitsdienst und das Robert-Koch-Institut bei ergänzenden Untersuchungen. Darüber hinaus bietet das NRZ Schulungen und allgemeine Fort- und Weiterbildungen für Ärzte über humane spongiforme Enzephalopathien an.

In Deutschland wurde bislang nur bei einem Teil der Verdachtsfälle eine Creutzfeldt-Jakob-Krankheit diagnostiziert. Pro Jahr erkranken etwa 120 Menschen in Deutschland an CJK, das entspricht einer Häufigkeit von 1,5 pro Jahr auf eine Million Einwohner. Eine der neuen Variante der CJK oder vergleichbare Erkrankungsfälle, wie sie in Großbritannien aufgetreten sind, sind bisher in Deutschland nicht dokumentiert worden. "Da aber weiterhin Varianten der Creutzfeldt- Jakob-Erkrankung in europäischen Ländern mit niedriger BSE-Inzidenz auftreten, macht dies jedoch eine kontinuierliche Überwachung auch in Deutschland notwendig", sagt Zerr.

MEDICA.de; Quelle: Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen