27/01/2011

GE Healthcare

Neues PET/CT-System verbessert die onkologische Therapie

Kombination aus PET und CT sorgt für optimale diagnostische Genauigkeit

München, 26. Januar 2011 – Das Klinikum der Ludwig-Maximilians- Universität München hat am Campus Innenstadt ein PET/CT-System der neuesten Generation installiert, um bei Krebserkrankungen die Strahlentherapie effektiver gestalten und gesundes Gewebe schonen zu können. Die Kombination von Positronen-Emissions-Tomographie und Computer-Tomographie (PET/CT) bietet auch deutliche Vorteile für eine individualisierte Therapie mit fortschrittlichen medikamentösen Verfahren und interventionell-radiologischen Methoden. Darüber hinaus kommt das neue System auch in der Neurologie und Kardiologie zum Einsatz. Der Discovery™ PET/CT 690 von der Firma GE Healthcare wurde heute offiziell im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums im Klinikum der Universität München vorgestellt.

„Um Krebs optimal behandeln zu können, müssen die Eigenschaften eines Tumors genau charakterisiert, seine Ausdehnung erfasst und die Therapie frühzeitig kontrolliert werden“, sagt Prof. Dr. P.
Bartenstein, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin am Klinikum der Universität München. „Mit dem neuen PET/CT-System sind eine genaue Abklärung und die Verlaufskontrolle der Tumorerkrankung verlässlich möglich. Mit der PET/CT kann man sogar Tumore entdecken, die noch nicht zu einer anatomischen Veränderung geführt haben.
Außerdem lässt sich die vollständige Ausbreitung von Metastasen feststellen und ob die verordnete Therapie den gewünschten Erfolg erzielt.“

Die Positronen-Emissions-Tomographie, kurz PET, ist ein bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin, das zum genauen Aufspüren von Krebs und seinen Metastasen eingesetzt wird. Sie nutzt die Tatsache, dass Tumore einen erhöhten Zuckerverbrauch aufweisen. Dem Patienten wird vor der Untersuchung eine schwach radioaktiv markierte Zuckerlösung verabreicht, die sich im Organismus an den Stellen anreichert, die viel Zucker verbrauchen. Diese Zuckerverteilung im Körper stellt der PET-Scanner bildlich dar. Bereiche mit erhöhtem Zuckerverbrauch – zu denen auch Tumore und Metastasen zählen – werden auf diese Weise sichtbar.

Stoffwechselaktivitäten werden durch die PET zwar präzise angezeigt, jedoch gibt das Verfahren selbst nur ungefähre Informationen über deren Lage. Die Computer-Tomographie hingegen zeigt Knochen, Weichteilgrenzen, Organe und Gefäße in allen Details – sagt aber für sich allein genommen noch nichts über die Stoffwechselaktivität des Körpers aus. Die Kombination der beiden Verfahren bringt daher den entscheidenden Vorteil: Durch die Überlagerung der Bilder können die im PET gezeigten Herde im CT sofort aufgefunden werden. Die Effektivität und Qualität der Diagnostik werden dadurch erheblich verbessert.

Strahlentherapie besser planbar
In Kombination mit neuen spezifischen Radiopharmaka identifiziert der Discovery PET/CT 690 vitale und biologisch aktive Tumoranteile genauestens. Zu bestrahlendes Gewebe kann somit präzise eingegrenzt und gesundes Gewebe geschont werden. „Das neu installierte PET/CT- System erlaubt es außerdem, die Atembewegungen des Patienten zu erfassen und für die Bildgebung und Strahlentherapieplanung entsprechend zu korrigieren“, erläutert Prof. Bartenstein. Ferner kann der Patient am neuen PET/CT genauso positioniert und gelagert werden wie am Bestrahlungsgerät. „Das ist eine wichtige Voraussetzung für die atemkorrigierte Bestrahlung und die exakte Bestimmung der Stoffwechselaktivität bei sich stark bewegenden Tumoren. Dies gilt insbesondere für Bronchialkarzinome oder Metastasen im Bereich der Leberkuppe. Verringert sich die metabolische Aktivität des Tumorgewebes, kann dies nachgewiesen und sogar quantifiziert werden.
Dadurch lassen sich Nebenwirkungen der Behandlung reduzieren und die Erfolgsrate verbessern.“

Der am Klinikum der Universität München installierte Discovery PET/CT 690 ist der derzeit sensitivste PET/CT-Scanner am Markt. Geringere Kosten für Radiopharmazeutika, kürzere Untersuchungszeiten und verringerte Strahlenbelastung sind die Folge. „Mittels komplexer Rekonstruktionsalgorithmen können selbst kleinste Läsionen und Details von unter 2 mm Größe dargestellt werden. Durch ein spezielles Verfahren, „Atemtriggerung“ genannt, werden Bildunschärfen, die aus der Atembewegung des Patienten resultieren, minimiert. Auch der integrierte CT-Scanner reduziert mit seinem so genannten Pitchbooster die Strahlenbelastung für den Patienten im Vergleich zu herkömmlichen CTs, und dies bei hervorragender Detailschärfe“, fasst Terri Bresenham, Vice President und General Manager für Molekularbildgebung bei GE Healthcare, die Neuerungen des Systems zusammen. „Der Discovery PET/CT 690 ist ein molekulares Bildgebungssystem, das Ärzte bei ihrem Kampf gegen onkologische, kardiovaskuläre und neurologische Erkrankungen entscheidend unterstützen kann.“

Über das Klinikum der Universität München Im Klinikum der Universität München (LMU) sind im Jahr 2009 an den Standorten Großhadern und Innenstadt etwa 500.000 Patienten ambulant, teilstationär und stationär behandelt worden. Die 45 Fachkliniken, Institute und Abteilungen verfügen über mehr als 2.300 Betten. Von insgesamt fast 10.000 Beschäftigten sind rund 1.700 Mediziner.
Forschung und Lehre ermöglichen eine Patientenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau. Das Klinikum der Universität München hat im Jahr
2009 rund 62 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben und ist seit
2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.

Gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians- Universität ist das Klinikum der Universität München an sechs Sonderforschungsbereichen der DFG (SFB 455, 571, 594, 596, 684, 824), an drei Sonderforschungsbereichen-/Transregio (TR 05, TR 22, TR 36), zwei Forschergruppen (KFO 128 und FOR 535) sowie an zwei Graduiertenkollegs (GK 1091 und 1202) beteiligt. Hinzu kommen die beiden Exzellenzcluster "Center for Integrated Protein Sciences" (CIPSM) und "Munich Center of Advanced Photonics" (MAP) sowie die Graduiertenschule "Graduate School of Systemic Neurosciences" (GSN-LMU).

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.klinikum.uni-muenchen.de