Eine Forschergruppe des Kompetenznetzes Schlaganfall um Thomas Platz aus der Abteilung für neurologische Rehabilitation, Charité Campus Benjamin Franklin, konnte für eine neue Therapie zeigen, das sie effektiver als herkömmliche Rehabilitationsmaßnahmen hilft.

Das sogenannte Arm-BASIS-Training fängt mit einer genauen Analyse der Defizite an. Dabei wird die aktive Bewegungsfähigkeit für Schulter, Ellenbogen, Hand und Finger nacheinander wieder hergestellt. Das heißt, der Patient lernt in kleinen repetitiven Schritten die Gelenke einzeln wieder zu bewegen, bevor er das komplexe Zusammenspiel verschiedener Muskeln trainiert.

In der Studie wurden 28 Schlaganfall-Patienten in drei Gruppen aufgeteilt. Alle Gruppen trainierten ihren lädierten Arm vier Wochen lang nach einer konventionellen, in den meisten Kliniken üblichen Rehabilitationsstrategie. Die erste Gruppe erhielt nur diese konventionelle Behandlung, die zweite legte zusätzliche Übungseinheiten nach dem Bobath-Konzept ein, einem Goldstandard der Physiotherapie nach Schlaganfall. Die dritte Gruppe wurde zusätzlich mit dem neu entwickelten Arm-BASIS-Training behandelt.

Vier Wochen später konnten alle Patienten die motorischen Fähigkeiten des betroffenen Armes verbessern. Aber jene Patienten, die das Arm-BASIS-Training erhielten, konnten ihren Arm deutlich besser bewegen als die Patienten der anderen Gruppen. "Für die Verbesserung der Armkontrolle war die Art des Trainings wichtiger als die Behandlungszeit", sagt Platz.

Nur bei den Patienten, die das Arm-BASIS-Training absolvierten, konnte zusätzlich eine systematische Verlagerung des motorischen Repräsentationsgebietes im Gehirn beobachtet werden. Es fand demnach eine Umorganisation der Nervenzellen im Gehirn statt. Benachbarte, unverletzte Gehirnabschnitte konnten vermutlich die Aufgaben zerstörter übernehmen. Das Besondere dabei: Das Ausmaß der Reorganisation stand im Verhältnis zur motorischen Erholung der Patienten. "Das Arm-BASIS-Training könnte eine Umorganisation im Gehirn induziert haben", so Platz.

MEDICA.de; Quelle: Kompetenznetz Schlaganfall