Neues Ultraschall-Verfahren

Foto: Biopsiegerät

Das Gerät erlaubt eine genaue Dar-
stellung des Tumors; © Nationale
Centrum für Tumorerkrankungen

Neben einer verbesserten Genauigkeit hat die neue Biopsiemethode einen weiteren Vorteil für die Patienten. Da der Urologe die Gewebeprobe nicht wie sonst üblich durch den Enddarm, sondern durch die Haut des Damms gewinnt, werden Risiken wie Nachblutungen oder anschließendes Fieber verringert.

Über 60.000 neue Prostatakarzinome werden in Deutschland pro Jahr diagnostiziert. Die Erkrankung ist tückisch. Symptome bemerken Männer oft erst dann, wenn der Krebs bereits weit fortgeschritten und unter Umständen nicht mehr heilbar ist. Deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig, um den Krebs frühzeitig zu erkennen.

Mit der neuen Biopsie-Methode diagnostizieren die Ärzte nicht nur, ob Tumorgewebe tatsächlich vorhanden ist. Ebenfalls erlangen sie Wissen darüber, wo der Tumor sich genau befindet, wie groß und aggressiv er ist. Entsprechend kann die Biopsie Grundlage für die individuelle Entscheidung sein, ob überhaupt eine Therapie erfolgen muss und wenn ja, welche.

Das Endprodukt des neuen Biopsie-Systems ist ein dreidimensionales Bild der Prostata, auf dem die Ärzte erkennen können, wo Gewebeproben entnommen wurden und in welchen Regionen sich tumorverdächtiges Gewebe befindet. So kann jeder eventuelle Krebsbefund exakt lokalisiert und dem entsprechenden Bösartigkeitsgrad zugeordnet werden.

"Die Hochfeld-MRT ermöglicht es uns, neben morphologischen Auffälligkeiten auch die Durchblutung, den Stoffwechsel und die Zelldichte in der Prostata zu untersuchen, und ist damit das derzeit empfindlichste Verfahren zur Entdeckung tumorverdächtiger Areale in der Prostata", erklärt Professor Heinz-Peter Schlemmer, der Leiter der Abteilung Radiologie am Deutschen Krebsforschungszentrum, die Methode. Während der Biopsie legen die Urologen diese Bilder dann mit den aktuell gewonnenen Bildern eines hochauflösenden Ultraschallgerätes übereinander, sodass die Daten des MRTs direkt auf dem Bildschirm des Ultraschallgerätes erscheinen. Dadurch können die Ärzte die Gewebeproben punktgenau dort entnehmen, wo vorher verdächtige Areale gefunden wurden.


MEDICA.de; Quelle: Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg