Neues Verfahren bekämpft bösartige Hirntumoren

Glioblastoma multiforme - düstere
Diagnose für Hirntumorpatienten
© NCI Visuals Online

Nach diesem Verfahren erfolgt die Bestrahlung durch eine radioaktive Substanz, die am Ort des zuvor entfernten Tumors wirksam wird. Auf diese Weise soll ein Nachwachsen des Tumors nachhaltig verhindert, die Überlebensdauer der Patienten verlängert werden.

Nur etwa zwei Prozent aller Patienten überleben trotz Operation, Strahlen- und Chemotherapie die ersten zwei Jahre nach Stellung der Diagnose Glioblastoma multiforme. Aus diesem Grunde bemühen sich weltweit sämtliche neurochirurgischen Kliniken um zusätzliche Behandlungsverfahren, welche die Prognose dieser Patienten verbessern können.

Als besonders effektiv habe sich unter diesen Zusatztherapien die so genannte interkavitäre Radiotherapie (Gliasite RTS) bei der Behandlung von einem Rezidiv erwiesen. Bei diesem Verfahren wird dem Patienten nach der Entfernung seines Rezidiv-Hirntumors ein Ballonkatheter in die Tumorhöhle implantiert, welcher anschließend mit einer radioaktiven Flüssigkeit gefüllt wird und so die eventuell verbliebenen Tumorreste am Rand der Resektionshöhle gezielt und nebenwirkungsarm bestrahlt.

Hierdurch soll ein Nachwachsen des Tumors verzögert oder gänzlich verhindert werden. Umfangreiche Erfahrungen an vielen Patienten in den USA haben gezeigt, dass dieses Verfahren risikoarm möglich ist und die Überlebensdauer der Patienten verlängert.

"Mit dieser Therapie steht uns ein weiterer Baustein in der Behandlung von Hirntumorpatienten zur Verfügung, welche an einem Tumorrezidiv leiden, das trotz Erstoperation, Strahlen- und Chemotherapie aufgetreten ist", sagt Professor Dr. Jürgen Piek, Leiter der Abteilung für Neurochirurgie.

"Wir werden diese Patienten damit sicherlich nicht definitiv heilen können, das kann zur Zeit niemand. Aber wir können den Patienten ein zusätzliches Behandlungsverfahren anbieten, das nach den bisherigen Daten ihre Lebenserwartung weiter verlängert. Und dies bei geringen Nebenwirkungen", resümiert der Neurochirurg.

MEDICA.de; Quelle: Universität Rostock