Neues Verfahren für individuelle Zahnkronen

Für jeden Zahn die passende Krone
© inocermic

Das Verfahren ist aus einem Verbundprojekt hervorgegangen, das in den vergangenen drei Jahren mit rund 1,8 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium (BMBF) gefördert wurde. Neben Zahnmedizinern der TU Dresden und Materialwissenschaftlern der Universität Jena waren auch drei Partner aus der Industrie beteiligt.

Die Zahnkronen sind hochfest, im Randbereich filigran, durch individualisierte Kauflächen extrem belastbar und sehr gewebeverträglich, so die Geschäftsführerin der inocermic GmbH Dr. Bärbel Voigtsberger.

Das Geheimnis der neuen Kronen läge im Fertigungsverfahren: Während Kronen bisher weitgehend handwerklich beim Zahntechniker angefertigt werden, basiert das Thüringer Verfahren auf einer durchgängig rechnergestützten Arbeitsweise. Der präparierte Zahnstumpf - und Zähne des gegenüberliegenden Kiefers - werden mittels eines speziellen Scanners digitalisiert, wobei über 200.000 Messpunkte erfasst werden.

"Alles Wissen steckt in der zur Gestaltung und Sinter-Simulation benutzten Software" betont Voigtsberger. Die Daten werden per Internet zum Fertigungspartner gesandt. Dort wird in einem so genannten Urformprozess die computergestützt berechnete Form für die Kronen aus Hochleistungskeramik erstellt, so dass in kürzester Zeit eine individuelle Krone vorliegt.

"Sie ist ohne nachträgliche mechanische Bearbeitung einsetzbar und berücksichtigt bereits die Kauflächen der Gegenbezahnung", betont Dr. Volker Herold vom Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie (IMT) der Universität Jena.

Bei industrieller Anwendung wäre die Fertigung von mehreren 1.000 Kronen am Tag möglich, wobei eine Rücklaufzeit des Produkts zum Zahnarzt von unter 48 Stunden eingehalten werden kann.

Zum Einsatz kommen im Frontzahnbereich eine Aluminiumoxid-Keramik, im Seitenzahnbereich eine Zirkondioxid-Keramik, die beide in enger Zusammenarbeit der Projektpartner speziell für diese Anwendung weiterentwickelt wurden.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena