Auf einigen interkontinentalen Flugrouten werden während des Fluges durch die Besatzung Schädlingsbekämpfungsmittel versprüht. Dieses so genannte "in-flight spraying" soll verhindern, dass über das Flugzeug Insekten eingeschleppt werden, die Krankheitserreger übertragen können. Verwendet werden Schädlingsbekämpfungsmittel, die Pyrethrum und Pyrethroide als Wirkstoffe enthalten.

"Diese Methode birgt gesundheitliche Risiken für Passagiere und Besatzung", erläutert der Präsident des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. "In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt, dem Fraunhofer-Institut für Toxikologie und experimentelle Medizin und der Deutschen Lufthansa wurde ein wirksames Verfahren der Flugzeugdesinsektion entwickelt und geprüft, bei dem Passagiere und Besatzung kaum belastet werden."

Bei dieser Preembarkations-Methode werden Schädlingsbekämpfungsmittel mit einem kurzzeitig aktiven Wirkstoff in relativ hoher Konzentration bei leerer Kabine und unbesetztem Cockpit von einer Fachkraft versprüht. Die Passagiere und die Besatzung betreten das Flugzeug erst, wenn die Konzentration in der Luft so niedrig ist, dass kein Risiko für die Gesundheit zu befürchten sei. Insekten, die sich im Flugzeug befinden, würden auf diese Weise zu 100 Prozent abgetötet.

Auch Insekten, die beim anschließenden Boarding mit den Passagieren an Bord gelangen können, würden beseitigt, da sich die Wirkstoffe auf Flächen, die ihnen als Rast und Ruheplätze dienen, niederschlagen und über mehrere Stunden als Kontaktinsektizid wirken würden.

"Die Belastung der Passagiere ist dabei so gering, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht zu erwarten sind," erläutert Dr. Klaus Erich Appel, stellvertretender Leiter des Zentrums für experimentelle Toxikologie im BfR und Leiter des Projekts. Die Standzeiten der Flugzeuge würden sich bei einer Desinsektion nach dem neuen Verfahren nur unwesentlich verlängern.

MEDICA.de; Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)