Neues Verfahren zur Früherkennung von Brustkrebs

Mittels Kamerakanüle wird potent-
ielles Tumorgewebe untersucht
© Uni Greifswald

Bei der Duktoskopie handelt es sich um ein relativ junges minimal-invasives Spezialverfahren, das bislang bundesweit nur an wenigen Kliniken angeboten wird, sich aber auf Grund erster Erfahrungen zunehmend durchsetzt. Bei dieser endoskopischen Milchgangspiegelung in der weiblichen Brust werden mit Hilfe einer 0,55 bis 1,3 mm haarfeinen Kamerakanüle (Endoskop) die Milchgänge optisch untersucht und gegebenenfalls kritische Gewebeteile entnommen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Operationsverfahren entstehen keine Narben, wobei gleichzeitig in der Regel auf größere Eingriffe im Interesse der betroffenen Frauen verzichtet werden kann. Auf Initiative des zertifizierten Greifswalder Brustzentrums an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald wird diese Operationsmethode im Rahmen einer deutschlandweiten Multi-Center-Studie unter Federführung der Hansestädter wissenschaftlich ausgewertet.

Die in Japan entwickelte schonende Untersuchung ermöglicht - insbesondere bei unklarem Flüssigkeitsaustritt aus der Brust - die Früherkennung und Einblicke in die genauere Ausbreitung von Tumorgewebe und auch Krebsvorstufen, die mit konventionellen bildgebenden Verfahren wie der Mammographie und Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) oftmals nicht eindeutig zu erkennen sind.

Die auch in lokaler Betäubung durchgeführte Spiegelung erfordert eine hohe Fingerfertigkeit, da die Milchgänge äußerst feingliederig verästelt sind. Die Duktoskopie erlaubt eine Inspektion der Milchgänge bis zur achten Aufzweigung in einer hervorragenden optischen Qualität und schließt damit erfolgreich eine Lücke zwischen Röntgentechnik und invasiven Operationen.

Das Klinikum in Greifswald bietet zu diesem Thema auch Workshops an, die sich an niedergelassene Onkologen, Operateure und Klinikärzte richten. Darin soll nach einem theoretischen Einführungsteil vor allem die praktische Durchführung in kleinen Gruppen im Operationssaal erlernt werden.

MEDICA.de; Quelle: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald