Datenbank: Neues Webportal unterstützt Krebsforschung

02.07.2013
Foto: GRANATUM-Startseite

Die Datenbank stellt Wissen über Methoden und bereits bekannte Wirkstoffe in der Krebsforschung zur Verfügung; © www.granatum.org

Eine neue, offen zugängliche IT-Plattform stellt Wissen über Methoden und bereits bekannte Wirkstoffe in der Krebsforschung aus insgesamt 83 global verfügbaren Datenquellen integriert und semantisch aufbereitet zur Verfügung.

Das im EU-Projekt GRANATUM entwickelte Webportal zur Vernetzung biomedizinischer Forscher ist nun online verfügbar. Wissenschaftler können gemeinsam Hypothesen erstellen und gezielt recherchieren und über ein Simulationswerkzeug Wirkstoffe überprüfen, bevor sie eine spätere Testphase einleiten.

Vor zwei Jahren wurde das Projekt GRANATUM mit dem Ziel gestartet, eine Kooperationsplattform zur Vernetzung von Forschern der Biomedizin im Bereich der Krebs-Wirkstoffforschung bereitzustellen. Die erste Version des Webportals steht nun zur Verfügung (www.granatum.org). Über das Portal erhalten die Wissenschaftler einen integrierten Zugriff auf das weltweit erfasste Wissen und verfügbare Daten-Ressourcen, die sie benötigen, um komplexe Experimente im Bereich der Krebs-Chemoprävention vorzubereiten und Vorstudien auf Basis großer, bereits verfügbarer Datenquellen anzulegen. Dies verkürzt die Forschung und senkt die Kosten.

Über die GRANATUM Plattform können Wissenschaftler aus Universitäten, Forschungsinstituten und der Pharma-Industrie ihr Wissen und experimentelles Datenmaterial gemeinsam erarbeiten und nutzen, kombinieren und so neue Erkenntnisse schneller gewinnen. Dazu wurde in GRANATUM ein ontologisches Referenzmodell für die semantische Annotation, den Austausch und die Vernetzung von global verfügbaren biomedizinischen Ressourcen wie EHR Datenbanken, digitalen Bibliotheken und Archiven sowie Online-Communities und Diskussionsforen entwickelt.

Über die Vernetzung und die Datenbereitstellung hinaus bietet die GRANATUM Plattform Werkzeuge und Workflows zur experimentellen in silico Simulation von Wirkstoffen – zugeschnitten auf spezifische Anwendungsfelder und Krankheitsbilder.

"Das Portal vernetzt die biomedizinische Forschung über Ländergrenzen hinweg, erleichtert den wissenschaftlichen Austausch und erlaubt erstmalig eine gemeinschaftliche Hypothesenbildung und Überprüfung von möglichen Wirkstoffen", so Professor Wolfgang Prinz, Projektkoordinator und stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer FIT.

MEDICA.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik FIT