Neues minimal-invasives Verfahren

Bild: Zeichnung eines Herzklappen Stents

Positionierter Herzklappen-Stent
in der Aorta; © Frankfurter
Universitätsklinikum

Bisher sind Aortenklappenersatz- Operationen nur unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine möglich. Aber für viele Patienten, die älter als 75 Jahre sind, bedeutet eine solche Operation bei vorliegenden Begleiterkrankungen ein erhöhtes Mortalitätsrisiko. Die neue kardiochirurgische Hybridtechnik ermöglicht über einen Katheter eine minimal-invasive Aortenklappenverpflanzung am schlagenden Herzen ohne Herz-Lungen- Maschine.

Die so genannte PARTNER (Placement of AoRTic TraNscathetER Valves Trial)-Studie untersucht die Implantation der stentgestützten Aortenklappenprothese über zwei Zugangswege: transapikal (TAP) direkt über die Herzspitze der linken Herzkammer nach Öffnung der linken Thoraxhälfte mit einem kleinen Schnitt, oder transfemoral (TFE) über die Beinarterie in der Leistengegend ("Arteria femoralis"), wobei sich die guten Ergebnisse der jeweiligen Phase I-Studien jetzt in Langzeit- und randomisierten Studien abermals bestätigen müssen.

Bei beiden Methoden bringt das kardiochirurgisch-kardiologische Team die Prothese, einen Herzklappen-Stent aus rostfreiem Stahl, katheterbasiert in die Aorta vor. In beiden Fällen wird der Stent in die Position der degenerierten, verengten Aortenklappe platziert und mit einem Ballon aufgedehnt ("Ballondilatation"). Dabei ersetzt die Prothese die alte degenerierte Herzklappe, indem sie diese zur Seite drängt. Das Implantationsergebnis überwacht das OP-Team mittels des Verfahrens der Angiographie und mittels Echokardiographie.

"Dank dieser weniger invasiven Techniken minimieren wir den chirurgischen Eingriff und können so direkt am schlagenden Herzen operieren. Unsere ersten Einpflanzungen an mehr als 20 Patienten waren sehr erfolgreich", erklärt der Herzchirurg Prof. Wimmer-Greinecker. Die Ergebnisse der Phase-I-Studie werten die Ärzte des Frankfurter Uniklinikums als vielversprechend.

MEDICA.de; Quelle: Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.