"Diese Absichtserklärung bedeutet zwar noch keine Zusage, aber wir sind zuversichtlich, dass sich diese Länder dann auch am Bau und Betrieb des XFEL beteiligen werden”, so der Vorsitzende des XFEL-Lenkungsausschusses Dr. Hermann Schunck vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Mit ihrer Unterschrift verpflichten sich die neun Unterzeichnerländer, bis Mitte 2006 die Voraussetzungen für ein Regierungsabkommen zum Bau und Betrieb der europäischen XFEL-Forschungsanlage zu schaffen.

Der Deutschen Wissenschaftsrates hatte dem Bund empfohlen, den geplanten Röntgenlaser XFEL als europäisches Gemeinschaftsprojekt beim Helmholtz-Zentrum DESY zu realisieren. Diese in Europa einmalige Forschungsanlage soll 2012 ihren Betrieb aufnehmen. Die Kosten für den XFEL belaufen sich auf 908 Mio. Euro, die von Deutschland zusammen mit den Partnerländern aufgebracht werden.

Laut des Ausschusses, eröffne der XFEL völlig neue Möglichkeiten für das weite Feld der Strukturforschung. Er würde zudem brillante, ultrakurze Röntgenpulse mit laserartigen Eigenschaften erzeugen und Naturwissenschaften und Industrie neue Forschungsbedingungen bieten. Molekulare und atomare Prozesse könnten gleichsam gefilmt und Momentaufnahmen von atomaren Details in Materialien und Biomolekülen hergestellt werden.

Dies führe laut der Wissenschaftler zu grundlegenden Erkenntnissen in den verschiedensten Naturwissenschaften - von der Physik über die Chemie, die Material- und Geoforschung bis hin zu den Lebenswissenschaften. Für industrielle Anwender ist die neue Anlage beispielsweise im Zusammenhang mit der Entwicklung neuer Werkstoffe und Materialien im Nanobereich interessant.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY der Helmholtz-Gemeinschaft