Bis heute wurden in Afghanistan und im Irak etwa 17.000 US-Soldaten verletzt und bis zum 17. März starben 8.326. Dies ist das höchste Verletzungsvolumen während eines US-Krieges seit dem Vietnam-Krieg. Viele der Verletzungen stammen aus selbstgefertigten Geschossen, die mit einer hohen Geschwindigkeit auf den Körper treffen und oft die Extremitäten verletzen. Wunden, die von solchen improvisierten Schrapnell-Geschossen stammen, erfordern im Durchschnitt fünf Operationen. Bislang wurden bis zu 30.000 Operationen durchgeführt, einschließlich 367 Amputationen.

Während des Vietnam-Krieges dauerte es durchschnittlich 45 Tage, bis ein verwundeter Soldat vom Fronthospital in die Vereinigten Staaten gebracht werden konnte. Heute können Soldaten innerhalb von zwölf Stunden in die spezialisierte Klinik in Landstuhl gebracht werden und sind weitere drei Tage später in den USA.

Die Überlebensraten sind in den vergangenen Kriegen stetig gestiegen: Im Zweiten Weltkrieg überlebten noch 69,7 Prozent der verwundeten US-Soldaten. Im Korea-Krieg waren es 75,4 Prozent, in Vietnam 76,4 Prozent. Mit 90,5 Prozent überlebenden verwundeten Soldaten in Afghanistan und Irak hat die Erfolgsrate den vorläufigen Höhepunkt erreicht. Experten führen dies auch auf die deutlich verbesserten Helme und Schutzanzüge zurück. Thoraxverletzungen sind damit relativ selten geworden. 60 bis 75 Prozent der Verletzungen sind Beinverletzungen.

Offensichtlich ist es den US-Militärärzten gelungen, sowohl in Afghanistan als auch im Irak schon in der Erstversorgung großflächige Debridements durchführen zu können. Wenn die Verwundeten dann die USA erreichen, können die Ärzte dort sofort mit rekonstruktiver Chirurgie beginnen.

MEDICA.de; Quelle: American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS): 2006 Annual Meeting Symposium: Extremity war injuries: state of the art and future directions