In der Vergangenheit gab es Hinweise darauf, dass die verschiedenen Statine möglicherweise unterschiedliche physiologische Wirkungen haben, abhängig von ihrer Lipohilität. Einige Studien haben Ergebnisse in diese Richtung gebracht, waren aber entweder zu klein oder hatten eine kurze Nachbeobachtungszeit.

Dies haben jetzt US-Wissenschaftler nachgeholt und ihre Ergebnisse auf dem Jahreskongress der „American Heart Association (AHA)“ vorgestellt. Sie gewannen 1.016 gesunde Erwachsene für eine kontrollierte Studie, die sechs Monate lang dauern sollte. Randomisiert erhielten die Probanden täglich 20 Milligramm Simvastatin, 40 Milligramm Pravastatin oder Placebo. Simvastatin ist lipophil und kann daher die Zellwände und die Blut-Hirn-Schranke leicht durchdringen, Pravastatin ist hydrophil.

Alle Probanden wurden vor und während der Studie gebeten, ihren Nachtschlaf anhand der „Leeds sleep scale“ zu beurteilen. Dies ist eine visuelle Analogskala, mit der man die Qualität des Schlafes bewerten kann.

Die Ergebnisse bestätigten, was man anhand der unterschiedlichen Lipohilität der Substanzen erwarten konnte: Unter dem lipohilen Simvastatin schliefen die Probanden deutlich schlechter als unter Pravastatin. Wesentlich mehr Probanden aus dieser Gruppe beklagten sich über Schlafstörungen wie nächtliches Erwachen oder Einschlafstörungen als in den beiden anderen Gruppen mit Pravastatin und Placebo.

Der schlechtere Nachtschlaf störte auch das Tagleben der Probanden. So zeigte sich, dass sie gereizter auftraten als vor der Studie beziehungsweise die Kontrollprobanden aus den anderen Gruppen. Allerdings warnen die Studienleiter auch davor, deshalb kein Simvastatin mehr einzunehmen, da die Schlafstörungen nur wenige Probanden betrafen. Wer diesen Wirkstoff einnimmt und schlecht schläft, sollte sich aber vom Arzt beraten lassen, schreiben die Autoren.

MEDICA.de; Quelle: American Heart Association (AHA): Scientific Sessions 2007 Abstract NR07-1207 (SS07/Golomb)